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Sichere Bank im BVB-Tor, aber ohne Länderspieleinsatz: Dortmunds Roman Weidenfeller.
Sichere Bank im BVB-Tor, aber ohne Länderspieleinsatz: Dortmunds Roman Weidenfeller.(Foto: dapd)

"Sollte mir die Haare schneiden": Weidenfeller frustriert von Löw

Er hatte entscheidenden Anteil an der Dortmunder Meisterschaft, war schon zweimal notenbester Torwart der Bundesliga: Nur fürs Nationalteam ist Roman Weidenfeller einfach nicht gut genug. Seinem Frust darüber macht der BVB-Keeper nun Luft und ätzt gegen Joachim Löw und seine Keeperkollegen.

Mit Unverständnis hat Torhüter Roman Weidenfeller vom deutschen Fußball-Meister Borussia Dortmund auf die angekündigte erneute Nichtnominierung für die Nationalmannschaft reagiert. "Ich hatte früher schon mal einen Spruch auf den Lippen, der sehr böse ist. Aber den verkneife ich mir lieber", sagte der 31-Jährige in den "Ruhr Nachrichten", um dann doch einen Spruch loszulassen - einen homophoben: "Vielleicht sollte ich mir aber die Haare schneiden, oder einfach etwas zierlicher werden."

Ziel des plumpen Spotts, der scheinbar unverhohlen auf Gerüchte über Joachim Löws Homosexualität anspielt: Der modebewusste Bundestrainer und Hannovers Jung-Torwart Ron-Robert Zieler, der nach der Absage des verletzten Leverkuseners Rene Adler vor der erstmaligen Berufung in den DFB-Kader steht. Bundestorwarttrainer Andreas Köpke hatte in der Vorwoche angekündigt, den 22-Jährigen für das EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich (2. September) und das Testspiel gegen Polen (6. September) zu nominieren, wahrscheinlich als dritten Keeper hinter dem Münchner Manuel Neuer und Bremens Tim Wiese.

Ron-Robert Zieler gehört demnächst zum DFB-Kader, mit 22 Jahren, nach 18 Bundesligaspielen. Bei einem 25-jährigen Stammkeeper macht Zielers Berufung durchaus Sinn.
Ron-Robert Zieler gehört demnächst zum DFB-Kader, mit 22 Jahren, nach 18 Bundesligaspielen. Bei einem 25-jährigen Stammkeeper macht Zielers Berufung durchaus Sinn.(Foto: dpa)

Für Weidenfeller bleibt erneut kein Platz, was diesen nachhaltig frustriert. "Vielleicht sollte ich meinen Rücktritt bekannt geben, bevor ich überhaupt einmal gespielt habe. Vielleicht komme ich ja damit weiter. Das hat ja schon einmal jemand gemacht", ätzte er in Richtung von Tim Wiese. Der hatte sich einst mit Löw überworfen - und gehört seitdem fest zum Kader. Allerdings, spottete Weidenfeller, würde ihm wohl auch das nicht mehr helfen: "Selbst wenn jetzt ein junger Torwart ausfällt, gibt es bestimmt noch irgendwo jüngere, die dann eingeladen werden."

Auch mit 31 noch modern

Zielers Berufung nach nur 18 Bundesliga-Einsätzen ist ein deutliches Signal, dass Löw und Köpke ihren Jugendstil künftig auch im DFB-Tor fortführen wollen. Die Entscheidung pro Zieler hatte DFB-Torwarttrainer Köpke wie folgt begründet: "Er gehört mit seinen 22 Jahren zu der jungen Generation, die das moderne Torwartspiel verkörpern, das wir beim DFB wollen."

Diese Einschätzung sieht der 31-jährige Weidenfeller wiederum als Abwertung seiner eigenen Spielweise, die er trotz seines reiferen Alters sehr wohl als modern versteht. Als Beleg führte er das Dortmunder Führungstor beim 2:0-Arbeitssieg über den 1. FC Nürnberg an. "Ich fange die Ecke von Markus Feulner ab, werfe den Ball sofort und weit ab und leite damit das 1:0 gegen Nürnberg ein. Das ist modernes Spiel.

Zudem kann er auf eine exzellente Statistik verweisen. In der vergangenen Meistersaison kassierte das Team gerade einmal 22 Treffer, ein Tor mehr als der Allzeitrekord der Bayern aus der Saison 2007/08. Bei 33 Einsätzen hielt Weidenfeller 14 Mal seinen Kasten sauber und leistete einen wesentlichen Beitrag zum Gewinn der Meisterschaft. Zweimal beendete Weidenfeller bereits eine Saison in der "Kicker"-Rangliste als Notenbester. In der Spalte "Länderspiele" prangt trotzdem noch eine Null.

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Quelle: n-tv.de

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