Heftige Strafe für RussZu schlapp fürs Gericht, fit genug zum Kicken

Erst Reus, jetzt Russ: Fußballer mit Vornamen Marco nehmen's mit den Verkehrsregeln offenbar nicht so genau. Russ steht zu fest auf dem Gas. Das Gericht will ihn anhören. Er fühlt sich zu schlapp, tritt aber abends vor den Ball. Die Justiziare finden's nicht lustig.
Nach Marco Reus hat nun auch Marco Russ Ärger mit der Justiz wegen eines Verkehrsdelikts - diesmal sogar verbunden mit dem Vorwurf einer falschen eidesstattlichen Versicherung. Der Abwehrchef des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt hat einen Strafbefehl in Höhe von 160.000 Euro (80 Tagessätze in Höhe von jeweils 2000 Euro) erhalten.
Russ kündigte inzwischen gegenüber der "Bild" an, die Strafe zu akzeptieren: "Ich habe einen Fehler gemacht und den bügele ich jetzt aus. Es wird nicht zur Verhandlung kommen. Ich werde die Strafe zahlen." Michael Meier, Amtsgerichtssprecher in Limburg, bestätigte, dass der Einspruch gegen den Strafbefehl zurückgezogen wurde.
Russ war in der Nähe von Limburg deutlich zu schnell mit seinem Auto unterwegs und hätte deshalb vor Gericht erscheinen müssen. Der 29-Jährige folgte der Ladung aber nicht. Stattdessen legte Russ eine eidesstattliche Versicherung zusammen mit einem ärztlichen Attest vor. Daraus ging hervor, dass Russ verhandlungsunfähig sei. Als die Justizbehörden allerdings erfuhren, dass Russ am Abend des eigentlichen Verhandlungstags in einem Testspiel für die Eintracht auflief, wurden sie aktiv. Dem Defensivspieler wurde der Strafbefehl wegen einer falschen eidesstattlichen Erklärung zugeschickt.
Fußballer auf Auto-Kriegsfuß
Dagegen legte Russ zunächst Einspruch ein, den er nun zurückzog. Nach Nationalspieler Reus von Borussia Dortmund ist er der nächste Bundesliga-Fußballer, der eine sechsstellige Strafe Zahlen muss. Reus war eine Strafe von 540.000 Euro auferlegt worden, weil er sich jahrelang ohne Fahrerlaubnis hinters Steuer gesetzt hatte.
Aber nicht nur in Deutschland stehen Fußballer mit Verkehrsregeln auf Kriegsfuß. Der italienische Fußball-Nationalspieler Mario Balotelli muss 10.000 Euro für 18 Verkehrsstrafen aus den Jahren 2012 und 2013 zahlen, die er bisher nicht beglichen hat. Der Ferrari-Fahrer reichte allerdings bei einem Gericht in der lombardischen Stadt Bergamo Einspruch gegen die Zahlungsforderung ein. Er behauptet, die Strafzettel nicht bekommen zu haben, da er von Mailand nach Manchester gezogen war.