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Scharfschützen neben Skifahrern: Sotschi wird schon jetzt scharf bewacht.
Scharfschützen neben Skifahrern: Sotschi wird schon jetzt scharf bewacht.(Foto: imago sportfotodienst)

Satelliten, Drohnen und Boden-Luft-Raketen für Olympia: Sotschi wird zum Hochsicherheitstrakt

Die Olympischen Winterspiele versetzen den einst so beschaulichen Küstenort Sotschi in den Ausnahmezustand. Rund 37.000 Polizisten und Soldaten sollen für Sicherheit sorgen - doppelt so viel wie in London 2012. Anwohner und Touristen werden scharf kontrolliert.

Polizisten stehen in Sotschi schon jetzt an jeder Straßenecke. In der südrussischen Stadt, unweit vom Kaukasus, gelten eine Woche vor Beginn der Winterspiele die schärfsten Sicherheitsmaßnahmen in der olympischen Geschichte. Präsident Wladimir Putin setzt Überwachungssatelliten, Drohnen, Boden-Luft-Raketen und 37.000 Polizisten und Soldaten ein, um die 350.000-Einwohner-Stadt in eine Festung zu verwandeln.

Lediglich Anwohner kommen noch verhältnismäßig problemlos durch das enge Kontrollnetz.
Lediglich Anwohner kommen noch verhältnismäßig problemlos durch das enge Kontrollnetz.(Foto: imago sportfotodienst)

An den Straßen nach Sotschi hat die Polizei Straßensperren errichtet, die aussehen wie an einer streng bewachten  Grenze. Die Olympischen Spiele finden vom 7. bis zum 23. Februar statt, vom 7. bis zum 16. März folgen die Paralympics. Die verschärften Sicherheitsmaßnahmen bleiben noch eine Woche länger, bis zum 23. März, in Kraft. Bis dahin wird jedes Auto an der Stadtgrenze kontrolliert.

"Ich bin an dieser Straße schon oft kontrolliert worden", erzählt Igor Mitrofanow, der in Sotschi wohnt. Bei den Kontrollen fragen die Polizisten auch nach seinen Fahrzeugpapieren. Weil sein Auto in Sotschi registriert ist, darf Mitrofanow weiterfahren. Wer von außerhalb kommt und keine Sondergenehmigung hat, muss umkehren.

Rund um Sotschi wird nichts dem Zufall überlassen

Auch entlang der gut 50 Kilometer langen Straße, die den Flughafen und die Wettkampfstätten an der Küste mit dem Wintersportort Krasnaja Poljana in den Bergen verbindet, patrouillieren Sicherheitskräfte.

Im Testlauf gibt es bei den Sicherheitskontrollen noch keine größeren Probleme.
Im Testlauf gibt es bei den Sicherheitskontrollen noch keine größeren Probleme.(Foto: imago/ITAR-TASS)

Nach Krasnaja Poljana, wo die Ski-, Bob- und Rodelwettbewerbe stattfinden, führt auch eine neue Bahnlinie. Am Bahnhof wird die erste Sicherheitskontrolle gleich am Eingang vorgenommen. Drinnen folgen härtere Kontrollen, bei denen die Reisenden gebeten werden, alle elektronischen Geräte - Smartphones, Tabletcomputer und Laptops - anzuschalten. Auch in den Bahnen, die zu den Wettkampfstätten rollen, fahren immer Polizisten und anderes Wachpersonal mit.

London und Peking werden um Längen übertroffen

Die Sicherheitskontrollen seien "scharf", aber während der Spiele müsse eben alles gut gehen, sagt Anwohner Mitrofanow. In Sotschi übersteigt die Zahl der Sicherheitskräfte das bisherige Rekordaufgebot bei den Sommerspielen in London im Sommer 2012 um fast das Doppelte - und stellt auch die Maßnahmen in Peking im Jahr 2008 in den Schatten.

Die Winterspiele sind das größte internationale Ereignis in Russland seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991. Russlands Staatsfeind Nummer eins, der islamistische Rebellenführer Doku Umarow, hatte im Sommer gedroht, das Sportfest "mit allen Mitteln" zu verhindern. Zwei Selbstmordattentate im 700 Kilometer entfernten Wolgograd, bei denen Ende Dezember 34 Menschen getötet wurden, verliehen der Drohung neue Brisanz.

Russland will den sichersten Ort der Welt

Sotschi werde während der Spiele "der sicherste Ort der Welt" sein, versprach der Chef des russischen Organisationskomitees, Dmitri Tschernischenko. Die Kontrollen an Sportstätten und Bahnhöfen seien zwar  streng, liefen aber "ruhig und reibungslos" ab.

Auch in den Bergen oberhalb der Stadt sind die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen nicht zu übersehen. Um in Krasnaja Poljana zu den Skiliften zu kommen, müssen Skifahrer und andere Besucher durch ähnliche Sicherheitskontrollen wie am Bahnhof. Auch an den Skiliften selbst schieben Polizisten Wache.

Der Hauptbahnhof in Sotschi ist durch einen vier Meter hohen Drahtzaun gesichert. In einem provisorischen Gebäude vor dem Eingang werden alle Reisenden  kontrolliert. "Mich persönlich stört es nicht, es beruhigt mich eher", sagt die Anwohnerin Julia Ruschopkina. Zu viele Kontrollen seien besser als zu wenige.

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Quelle: n-tv.de

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