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Der Hauptangeklagte (links), die Mitangeklagten und die Anwälte im Hamburger Abofallen-Prozess.
Der Hauptangeklagte (links), die Mitangeklagten und die Anwälte im Hamburger Abofallen-Prozess.(Foto: picture alliance / dpa)

Prozess in Hamburg: Abo-Abzocker muss brummen

In Hamburg endet ein Prozess gegen Betreiber von Internet-Abofallen. Der Hauptangeklagte kommt hinter Gitter, fünf weitere Männer erhalten Bewährungsstrafen. Wie eine aktuelle einstweilige Verfügung gegen die Hamburger Verbraucherzentrale zeigt, sind solche juristischen Erfolge gegen fragwürdige Internetdienste alles andere als selbstverständlich.

Mit raffinierten Tricks und Kostenfallen prellten sie fast 70.000 Internet-Nutzer um mehr als fünf Millionen Euro. Im Prozess um den groß angelegten Internet-Betrug mit sogenannten Abofallen verurteilte das Landgericht in Hamburg den Hauptangeklagten wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs zu drei Jahren und neun Monaten Haft.

Fünf seiner Mitangeklagten erhielten Bewährungsstrafen zwischen 12 und 22 Monaten oder Geldstrafen von bis zu 2800 Euro. Ein weiterer Angeklagter wurde verwarnt. Die sieben Männer hatten gestanden.

"Die Angeklagten haben die Erwartungshaltung vieler Nutzer auf der Suche nach kostenlosen Angeboten im Internet ausgenutzt", sagte die Richterin. Der aufmerksame Internet-Nutzer hätte allerdings erkennen können, dass es sich um kostenpflichtige Programme handle. Deshalb sei den unachtsamen Nutzern ein "nicht unerhebliches Mitverschulden zuzurechnen".

Zwischen Juli 2007 und Februar 2010 betrieben die Männer mit diversen Scheinfirmen Downloadportale. Eigentlich kann dort Software kostenlos heruntergeladen werden - doch die Verurteilten lenkten die Surfer auf ihre eigenen, trickreich gestalteten Internetangebote, die teilweise wie die Originalseiten gestaltet waren.

"Wir wollen die Dummen"

In einem Internet-Chat schrieb der Hauptangeklagte: "Wir wollen die Dummen und die Angstzahler", wie die Richterin in ihrem Urteilsspruch noch aufführte. Der 28 Jahre ist bereits einschlägig vorbestraft. In dem bereits seit Ende Oktober laufenden Prozess hatte es eine Absprache über den Strafrahmen gegeben.

Wie die Verbraucherzentrale Hamburg mitteilt, legten die Abzocker ihre Abofallen auf den Webseiten "www.99downloads.de und www.online-downloaden.de. "Wir begrüßen es, dass sich endlich auch die Strafgerichte mit Abofallen im Internet und deren Betreibern beschäftigen. Das Urteil ist hoffentlich eine starke Warnung an alle, die mit solchen Abofallen auf die Schnelle das große Geld machen wollen!", schreiben die Hamburger Verbraucherschützer.

Doch die Verbraucherzentrale hat erst am 20. März feststellen müssen, dass mutmaßliche Betreiber von Abofallen gute Anwälte haben. So freut sich der Geschäftsführer der Webtains GmbH über eine einstweilige Verfügung, die gegen die Verbraucherzentrale ausgesprochen wurde. Die Webtains GmbH ist durch die Webseite www.routenplaner-service.de berüchtigt, die anscheinend ein kostenloser Dienst ist. Laut Anwaltskanzlei Schuster handeln sich Nutzer, die sich bei dem Dienst anmelden, aber möglicherweise unbemerkt ein 96 Euro teures Jahresabo ein. Widerrufe soll die Webtains GmbH ignoriert haben. Auch das NDR-Magazin "Markt" berichtete über www.routenplaner-service.de.

Quelle: n-tv.de

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