Dienstag, 04. August 2009
Explodierter iPod: Apple bietet Schweigegeld
Klaus Wedekind
Nachdem der iPod eines britischen Mädchens explodiert ist, hat Apple offensichtlich versucht, die Familie des Kindes mit einem Knebelvertrag zum Schweigen zu bringen.
Wie die britische Times meldet, konnte der Vater der Elfjährigen das Gerät gerade noch zur Tür hinauswerfen, bevor es explodiert ist. Zuvor habe er gespürt, wie der iPod warm wurde und er habe Qualm gesehen, sagte der 47-Jährige der Zeitung. Bei der Explosion sei der Musik-Player meterhoch in die Luft geflogen. Was passiert wäre, wenn der iPod am Körper des Kindes hochgegangen wäre, zeigt ein Foto auf der Online-Seite der Times.
Der Liverpooler kontaktierte nach dem Vorfall Apple und forderte den Kaufpreis von umgerechnet rund 190 Euro zurück. Das Unternehmen schickte ihm daraufhin einen Brief, in dem es anbot, das Geld zu erstatten, wenn sich die Familie im Gegenzug dazu verpflichtet, kein Sterbenswörtchen über den Vorfall und das Schreiben weiterzuerzählen. Andernfalls drohten rechtliche Konsequenzen.
Der Familienvater wies das Angebot empört zurück. Er habe nur den Kaufpreis zurückgefordert und nicht mal eine Entschädigung gefordert, sagt er. Für ihn sei das Angebot "erschreckend".
Kein Einzelfall
Anscheinend handelt es sich bei der britischen Familie um keinen Einzelfall. Die Times schreibt, es habe sogar eine ganze Reihe ähnlicher Schreiben an Besitzer von explodierten iPods gegeben. Eine US-Reporterin berichtet, sie habe einem 800-seitigen Report der Verbraucherschutz-Behörde über iPod-Probleme entnommen, dass möglicherweise die Lithium-Ionen-Akkus der Geräte das Problem sind. Ob dies tatsächlich der Fall ist, bleibt abzuwarten. Apple will sich zu einem möglichen Akku-Problem offiziell nicht äußern. Was den Fall der Liverpooler betrifft, hat das Unternehmen gegenüber Sky News versucht, zu beschwichtigen: Man habe der Familie lediglich ein Standardschreiben zugeschickt. Außerdem habe sich der Mann bisher geweigert, den verschmorten iPod einzuschicken.
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