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Apple reagiert auf Tablet-Trend: Das iPad schrumpft

Apple hat überraschend schon nach einem halben Jahr das iPad überarbeitet und stellt ihm außerdem einen kleinen Bruder zur Seite. Zum ersten Mal seit Langem folgt die Firma damit der Branche, anstatt selbst den Trend zu setzen. Aber es gibt noch mehr Neues.

Das iPad mini ist so dünn wie ein Bleistift
Das iPad mini ist so dünn wie ein Bleistift(Foto: REUTERS)

Apple will mit einem kleinen Bruder für sein iPad die Dominanz im Tablet-Markt gegen neue Konkurrenz verteidigen. Das iPad mini bekommt einen Bildschirm mit einer Diagonale von 7,9 Zoll (rund 20 Zentimeter), wie Apple-Marketingchef Phil Schiller im kalifornischen San Jose ankündigte. Es damit etwas größer als die kleinen Tablets der Rivalen, aber sehr dünn. Zugleich präsentierte der Konzern völlig überraschend schon nach einem halben Jahr die vierte Generation seines großen iPad. Es unterstützt nun wie das iPhone 5 auch in Deutschland den superschnellen LTE-Datenfunk zumindest im Netz der Deutschen Telekom. Zudem wurden die Mac-Computer erneuert.

Der Verkauf des iPad mini geht am 2. November los. Der Preis ab 329 Euro bzw. Dollar in den USA lässt aber noch Raum für Geräte der Konkurrenten, die zum Teil weniger als 200 Euro kosten. Die Bildschirmgröße sei so gewählt worden, dass sich das Gerät bequem mit einer Hand halten lasse, aber zugleich nicht zu klein für Tablet-Anwendungen sei, erläuterte Schiller. Die Auflösung liegt wie beim großen Bruder bei 1024 mal 768 Pixeln. "Ich vermute, dass es das iPad ist, auf das viele Kunden gewartet haben", urteilte Analyst Michael Gartenberg vom Marktforscher Gartner. An der Wall Street gibt es jedoch Befürchtungen, dass das iPad Mini Käufer vom "klassischen" iPad für 499 Dollar weglocken könnte, während es gegen das 199 Dollar teure Kindle Fire keine Chance habe. Der Kurs der Apple-Aktie sank während der Präsentation um mehr als drei Prozent. Am Montag hatte das Papier jedoch noch um vier Prozent zugelegt.

Phil Schiller, Marketingchef von Apple, hat es schon: das iPad mini.
Phil Schiller, Marketingchef von Apple, hat es schon: das iPad mini.(Foto: dpa)

Zugleich erneuerte Apple wenige Tage vor dem Start des neuen Betriebssystems Windows 8 des Konkurrenten Microsoft seine Mac-Computer. So wurde der Desktop-Rechner iMac extrem verschlankt und hat jetzt kein eingebautes CD-Laufwerk mehr.

Neues bei MacBook und Mac mini

Ein weiteres Modell der Macbook-Laptops bekam einen Bildschirm mit besonders hoher Auflösung. Das Gerät mit einer Bildschirmdiagonale von 13,3 Zoll (33,8 cm) hat über vier Millionen Pixel. Mit 2560 mal 1600 Bildpunkten ist die Auflösung deutlich höher als bei einem HD-Fernseher. Apple spricht von einem "Retina-Display", weil das menschliche Auge auf diesen Bildschirmen auf der üblichen Entfernung keine einzelnen Pixel mehr erkennen könne. Das neue Retina-Macbook ist in Deutschland ab 1749 Euro zu haben und kostet damit rund 500 Euro weniger als das 15-Zoll-Modell mit ähnlich hoher Pixeldichte.

Das Gerät ist etwas größer als die schon etablierten 7-Zöller der Konkurrenz.
Das Gerät ist etwas größer als die schon etablierten 7-Zöller der Konkurrenz.(Foto: REUTERS)

Aufgefrischt wurde auch günstigste Apple-Computer, der Mac mini. Eine markante Innovation ist "Fusion Drive", eine Kombination aus schnellem Flash-Speicher und herkömmlicher großer Festplatte, die Inhalte intelligent zwischen den beiden Medien verteilt und nach außen hin wie ein Laufwerk erscheint.

Apple überließ das Marktsegment kleinerer Tablet-Computer bisher komplett der Konkurrenz – alle bisherigen iPad-Generationen hatten einen 9,7 Zoll großen Bildschirm (24,6 cm). Damit fuhr Apple auch ganz gut: Der Marktanteil wird auf 60 bis 70 Prozent geschätzt, Apple knackte vor zwei Wochen die Marke von 100 Millionen verkauften iPads, wie Konzernchef Tim Cook am Dienstag bekanntgab. Allerdings sorgten auch Amazon mit seinem Kindle Fire und Google mit einem Nexus-Tablet für Aufsehen in der 7-Zoll-Klasse.

Apple steht unter Druck

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Zudem kommt derzeit Bewegung in den Tablet-Markt: Unter anderem kommen demnächst zum Start des Betriebssystems Windows 8 die Surface-Tablets von Microsoft auf den Markt. Von Google wird ein großes Nexus-Tablet erwartet, auch andere Tablets mit Android-Software stehen in den Startlöchern.

Das alles bringt den klaren Primus Apple langsam, aber stetig unter Druck. Die Marktforschungsfirma Gartner hält es für möglich, dass der iPad-Marktanteil im kommenden Jahr auf 44 Prozent sinkt. Als Gewinner sehen die Experten dabei vor allem Windows, das in ihrer Rechnung von 3 auf 13 Prozent vorrücken kann. Android-Geräte inklusive des Kindle Fire, das mit einer abgezweigten Version des Google-Systems läuft, bleiben demnach bei rund 40 Prozent. Mit der Erneuerung der iPad-Reihe vor dem Weihnachtsgeschäft hofft Apple, den Vormarsch der Konkurrenten aufzuhalten.

Apple-Show erstmals live Cook überschüttete die Zuschauer zu Beginn mit Statistiken. Apples App Store enthält inzwischen mehr als 700.000 Programme, davon seien 275.000 für den iPad-Bildschirm angepasst. Die Kunden haben inzwischen 35 Milliarden Apps heruntergeladen. Apple habe Software-Entwicklern bereits 6,5 Milliarden Dollar überwiesen. Mit Apples SMS-Konkurrenten iMessage wurden bisher 300 Milliarden Nachrichten abgesetzt. Jede Sekunde würden 28.000 Mitteilungen versandt, sagte Cook. Auf die neue Version des Betriebssystems iOS 6 sind rund einen Monat nach dem Start etwa 200 Millionen Nutzer von iPhone und iPad umgestiegen.

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Quelle: n-tv.de

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