Werbung-Gucken gegen GeldFacebook bezahlt Nutzer
Der Traum vieler Sofa-Kartoffeln wird wahr: Gemütlich vor dem Bildschirm abhängen und dabei Geld verdienen. Neben traditionellen Spots sollen auch virale Werbeformen zum Einsatz kommen.
Das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook hat ein neues Programm angekündigt, bei dem Nutzer dafür bezahlt werden, bestimmte Werbespots anzusehen, berichtet der Fachblog Mashable.
Allerdings gibt es nicht direkt Bares. Die Belohnung für's Gucken werde als "Facebook Credit" gutgeschrieben, einer plattformeigenen Währung. Kaufen kann man damit zwar keine Freunde, dafür aber Waren und Dienstleistungen aus dem erst unlängst gestarteten Geschäftsbereich "Facebook Deals", mit denen der Netzgigant der höchst erfolgreichen Schnäppchen-Plattform Groupon Paroli bieten will.
Sich so den Gegenwert der ersten Million zu verdienen, kann allerdings dauern: Zunächst gibt es pro gesehenem Werbespot lediglich einen Facebook-Credit, der einen Gegenwert von 10 US-Cent besitzt. Und man kann die Werbung auch nicht einfach so hintereinander weg ansehen. Denn man bekommt sie nur zu Gesicht, wenn man in Online-Spielen entsprechende Anker anklickt.
Farmville-Anbieter Zynga mit im Boot
Facebook arbeitet laut Mashable zum Start des neuen Features unter anderem mit den drei Spiele-Anbietern CrowdStar, Digital Chocolate und Zynga zusammen. Letztere haben auch das enorm erfolgreiche Facebook-Spiel Farmville im Programm. Die Anzeigen werden von Firmen wie SocialVibe, Epic Media oder Sharethrough bereitgestellt, zu deren Kunden etwa Microsoft und Nestlé zählen.
Sharethrough-Chef Dan Greenberg sagte Mashable, man entferne sich mit dem Angebot bewußt weg von Werbung, die den Kunden stört ("disruptive advertising"). Im Übrigen werde dabei weniger auf traditionelle Spots gesetzt, sondern vielmehr auf unterhaltsame Formen ("branded entertainment"), die die Kunden nicht nur gerne ansehen, sondern auch gleich noch an ihre Freunde weiterreichen sollen.
Auch deutsche Facebooker können profitieren
Eine Facebook-Sprecherin in Deutschland präzisierte auf Anfrage von n-tv.de, es handle sich bei der Aktion um einen ersten Test. Die entsprechenden Werbevideos würden in ausgewählten Spielen eingesetzt und könnten daher durchaus vereinzelt auch Spieler in Deutschland erreichen.
Erst in der vergangenen Woche hat Facebook sein Credit-Programm erweitert, so dass man mit der Währung nun auch reale Güter kaufen kann. Zunächst konnte man mit den Gutschriften, die man etwa für die Teilnahme an Werbeaktionen (wie Zeitschriften-Abos) erhielt, lediglich virtuelle Güter auf Facebook kaufen.