Technik
Via FritzNAS sind mit der Fritzbox verbundene Speicher überall zu erreichen.
Via FritzNAS sind mit der Fritzbox verbundene Speicher überall zu erreichen.(Foto: AVM/kwe)

NAS macht's möglich: Fritzbox speichert grenzenlos

von Klaus Wedekind

Intern bietet die Fritzbox je nach Modell höchstens 512 Megabyte Speicher. Viel kann man damit nicht anfangen. Das ist aber auch nicht nötig. Denn die Kapazität der Box kann per USB-Anschluss und Cloud-Speicher nahezu grenzenlos erweitert werden.

Bilder, Musik, Filme, Dokumente sind mit der Fritzbox immer griffbereit - ob zu Hause oder unterwegs. Allerdings bietet der vielseitige AVM-Router selbst nur sehr wenig Speicherplatz. Auch die 512 Megabyte der Fritzbox 7390 sind schnell gefüllt. Ein dickes Flash-Polster hat die rote Kiste aber auch gar nicht nötig - NAS lautet das Zauberwort.

"Network Attached Storage" klingt zwar kompliziert, bedeutet aber eigentlich nur, ein Netzwerk unkompliziert mit Speicher auszustatten. Mit der Fritzbox klappt das am einfachsten mit Speicher-Sticks oder Festplatten. Besonders praktisch sind dabei USB-Sticks, da sie keine eigene Stromversorgung benötigen und wenig kosten - 16-Gigabyte-Sticks sind schon für 15 Euro zu haben. Der Anschluss ist ein Kinderspiel.

Der interne Speicher kann mit USB-Medien und Cloud-Diensten erweitert werden.
Der interne Speicher kann mit USB-Medien und Cloud-Diensten erweitert werden.

Zunächst rufen Sie im Internet-Browser die Benutzeroberfläche der Fritzbox über "fritz.box" (ohne Anführungszeichen!) auf und gehen im linken Menü zu "System". Danach klicken Sie rechts über dem blauen Balken auf "Ansicht", um alle Funktionen im erweiterten (Experten-) Modus zu sehen. Dann gehen Sie über den Menü-Punkt "Heimnetz" zu "USB-Geräte", wo Sie den Reiter "USB-Fernanschluss" ansteuern. Dort versichern Sie sich, dass unter "USB-Fernanschluss aktivieren" vor "USB-Speicher" kein Häkchen ist und klicken auf "Übernehmen". Jetzt können Sie den USB-Stick an die Fritzbox stecken.

Als nächstes geht es über das linke Menü zum "Speicher (NAS)" und setzen unter "Speicher an der Fritzbox" ein Häkchen vor "Speicher (NAS) aktiv". Darunter sollten Sie jetzt als USB-Speicher Ihren aktivierten Stick sehen. Klicken Sie dann auf "Übernehmen".

Cloud-Speicher nutzen

An dieser Stelle bietet sich noch eine sehr elegante Weise an, den Speicher der Fritzbox zu erweitern. Internet-Provider und andere Anbieter stellen nämlich häufig kostenlosen Cloud-Speicher zur Verfügung, der viel zu oft ungenutzt bleibt.

Setzen Sie ein Häkchen vor "Online-Speicher" und klicken dann in den "Online-Speicher-Einstellungen" auf den kleinen schwarzen Pfeil neben "WebDAV-Anbieter". Sie sehen dann eine Liste häufig genutzter Cloud-Dienste. Wenn Ihr Online-Speicher aufgeführt ist, genügt es, Benutzernamen und Passwort einzugeben. Sind Sie Kunde bei einem "anderen Anbieter", müssen Sie auf dessen Webseite oder per Anruf bei der Service-Hotline die WebDAV-URL abfragen. Im Beispiel haben wir Stratos kostenlosen 5-Gigabyte-HiDrive-Speicher eingebunden.

Bei gängigen Anbietern von Online-Speichern braucht man zum Einbinden nur Benutzernamen und Passwort.
Bei gängigen Anbietern von Online-Speichern braucht man zum Einbinden nur Benutzernamen und Passwort.

Danach sollten Sie auf den Reiter "Sicherheit" klicken, um Kennwörter für Zugriffe aus dem Heimnetz oder Internet einzurichten. Außerdem können Sie hier festlegen, welche Verzeichnisse erreichbar sind und ob Dateien hinzugefügt (schreiben) oder nur kopiert werden dürfen (lesen). Danach übernehmen Sie die Einstellungen.

Um auf Ihren frisch eingerichteten NAS-Speicher zuzugreifen, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Zu Hause genügt es, in der Adressleiste des Browsers "fritz.nas" einzugeben. Haben Sie Ihr Netzwerk über "MyFritz" cloudfähig gemacht, können Sie auch über diese Oberfläche zum NAS-Speicher manövrieren. Dort können Sie unter anderem bequem per Drag&Drop Dateien vom Speicher auf den Rechner oder von FritzNAS auf die Festplatte "ziehen".

Zugriff ohne Umweg

Sehr praktisch ist es, angeschlossene USB-Speicher als Netzlaufwerk einzurichten, da das Gerät dann auf einem Rechner im Heimnetzwerk wie ein dort angesteckter Datenspeicher angezeigt wird.

Unter Windows (ab Vista) geben Sie im Startmenü links unten im Suchfeld "\\fritz.box" ein und drücken die Eingabe-Taste. Falls Sie ein Kennwort für den Zugriff aus dem Heimnetz vergeben haben, müssen Sie es jetzt zusammen mit dem Benutzernamen "ftpuser" eingeben. Danach öffnet sich ein Fenster mit dem Ordner "FRITZ.NAS". Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen dann "Netzlaufwerk verbinden ...".

Wer einen Mac-Rechner hat, geht ähnlich vor: Zuerst geben Sie im Finder "//fritz.box" ein und klicken auf "Verbinden". Nach einem Doppelklick können Sie den Ordner markieren, den Sie anbinden möchten. Im Anschluss wählen Sie im OS-Menü "Ablage" - "Alias erzeugen". Den Alias müssen Sie dann nur noch im Finder auf "Orte" ziehen.

Wichtig: Haben Sie die Fritzbox an ein anderes Modem oder einen anderen Router oder Fritzbox angeschlossen, müssen Sie anstatt "\\fritz.box" (Windows) oder //fritz.box (Mac) die IP-Adresse der Fritzbox eingeben, an die der USB-Speicher angesteckt ist. Sie finden sie, wenn Sie auf der Benutzeroberfläche der Fritzbox links unter "Heimnetz" - "Netzwerk" - "Netzwerkeinstellungen" auf "IPv4-Adressen" klicken. Notieren Sie die oberste Adresse.

In den nächsten Fritzbox-Tutorials erfahren Sie, wie man NAS-Speicher für den FTP-Zugriff aus dem Internet vorbereitet und was man mit dem Mediaserver der Fritzbox anfangen kann.

Quelle: n-tv.de

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