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Web.de und GMX wollen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung alltagstauglich machen.
Web.de und GMX wollen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung alltagstauglich machen.(Foto: Web.de)

Sichere E-Mails bei großem Anbieter: GMX und web.de verschlüsseln komplett

Nutzer der beiden großen deutschen E-Mail-Anbieter können ab sofort ihre Nachrichten über eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verschicken. Das funktioniert ganz einfach.

Um Geheimdiensten und anderen allzu neugierigen Organisationen und Gestalten das Ausspionieren von E-Mails wirklich schwer zu machen, müssen Korrespondenzen mit einer sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung abgesichert werden. Das heißt, Nachrichten bleiben während der gesamten Übertragung verschlüsselt, nur der Empfänger kann sie auslesen. Einige Dienste wie Mailbox.org oder Posteo bieten dies auch an, aber die Einrichtung der Verschlüsselung per PGP oder S/MIME ist für unerfahrene Nutzer nicht ganz einfach. Große Anbieter, wo das Gros der Nutzer ihre Konten hat, hatten eine durchgehende Verschlüsselung bisher kaum im Angebot.

Jetzt ist aber die deutsche United Internet mit web.de und GMX beim Thema Sicherheit nach vorne geprescht und stellt den rund 30 Millionen Nutzern der Dienste eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zur Verfügung. Zum Einsatz kommt eine PGP-Verschlüsselung mit der Open-Source-Software Maivelope, die kompatibel mit allen bisherigen PGP-Anwendungen ist.

Die Verschlüsselung soll dabei für Nutzer besonders einfach zu nutzen und damit alltagstauglich sein. "Jetzt kann jedermann mit einer Profi-Technologie verschlüsseln, die bisher einige technische Vorkenntnis erforderte. Wir wollen damit der durchgehenden Verschlüsselung zum Durchbruch verhelfen", sagt Jan Oetjen, Geschäftsführer von GMX und web.de.

Schnell und einfach eingerichtet

Tatsächlich hält sich der Aufwand für Nutzer sehr in Grenzen. Im Browser kann man die Verschlüsselung in den Einstellungen starten. In drei Schritten wird der Nutzer dabei zum Ziel geführt: Download der Maivelope-Erweiterung, Passwort erstellen, Backup einrichten. Das ist in wenigen Sekunden erledigt. Man sollte aber einen Drucker zur Verfügung haben, da man für die Wiederherstellung der verschlüsselten Kommunikation im Notfall einen Beleg mit einem Code ausdrucken muss. Dabei erhält man gleich auch noch eine A4-Seite mit allen wichtigen Informationen zur Verschlüsselung. Danach kann man problemlos mit anderen Nutzern von PGP-Verschlüsselungen sicher kommunizieren.

Alle mit der Browser-Erweiterung erzeugten öffentlichen Schlüssel werden in einem von web.de und GMX gepflegten Verzeichnis abgelegt. Mit Hilfe einer Signatur wird dabei sichergestellt, dass die Schlüssel im Verzeichnis zu den jeweiligen Konten passen. Die entsprechenden privaten Schlüssel kennt nur der Nutzer.

Die web.de- und GMX-Apps verfügen automatisch über die PGP-Erweiterung, so dass der Nutzer mit allen gängigen Endgeräten ver- und entschlüsseln kann. Auch Anlagen können einfach mit verschlüsselt werden.

Quelle: n-tv.de

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