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Das TabPro S ist Samsungs Surface - mit Windows 10 und Tastaturdock.
Das TabPro S ist Samsungs Surface - mit Windows 10 und Tastaturdock.(Foto: jwa)

Samsungs Surface-Rivale: Galaxy TabPro S glänzt mit Windows 10

Von Johannes Wallat

Das TabPro S ist Samsungs Windows-10-Premiere. Es ist schick, flach, hat ein tolles Display und wird mit Tastatur-Cover im Handumdrehen zum Notebook. Ist das 2-in-1-Gerät eine würdige Surface-Alternative?

Samsungs Tablet-Sparte bekam zuletzt nicht besonders viel Aufmerksamkeit, auf den großen Veranstaltungen und Events der Koreaner standen Smartphones im Mittelpunkt. Dass sie aber auch das große Format beherrschen, bewies zuletzt das Android-Tablet Galaxy Tab S2. Jetzt ist das Galaxy TabPro S da, Samsungs erstes Tablet mit Windows 10. Das 12-Zoll-Modell ist flach, super verarbeitet und flott - und mit dem beiliegenden Tastaturcover wird es im Handumdrehen zum Notebook.

Das TabPro S kennt zwei Aufstellwinkel - sehr steil und sehr flach.
Das TabPro S kennt zwei Aufstellwinkel - sehr steil und sehr flach.(Foto: jwa)

Der Klasse der wandelbaren 2-in-1-Geräte, die Tablet- und Laptop-Eigenschaften vereinen, hat Microsoft mit seiner Surface-Reihe einen Stempel aufgedrückt. Die leistungsstarken Mobilitätsprofis gelten als Referenz, jedes neue Gerät in dieser Klasse muss sich an Microsofts Vorbildern messen lassen. Google, Apple und zuletzt Huawei haben nachgelegt. Samsung, so viel ist schnell klar, gelingt mit dem Galaxy TabPro S eine würdige Alternative, die zwar nicht ganz auf Augenhöhe mit der aktuellen Surface-Generation spielt, dafür aber andere Vorzüge hat.

Klasse AMOLED-Display

Zum Beispiel das gelungene Design: Seit Samsung in seinen Geräten auf Aluminium-Elemente setzt und auf glattes, glänzendes Plastik verzichtet, wirken die Geräte der Koreaner hochwertiger und edler.  So auch das Windows-10-Tablet, das in einen Aluminiumrahmen gefasst und mit 6,3 Millimetern sehr flach ist. Die Verarbeitung ist makellos, das Gerät wirkt stabil und liegt gut in der Hand.

Die wichtigsten technischen Daten
  • System: Windows 10 Home/Pro (gegen Aufpreis)
  • Display: 12 Zoll, 2160 x 1440 Pixel, 216 ppi
  • Prozessor: Intel Skylake Core m3, 2,2 GHz
  • Arbeitsspeicher: 4 GB
  • Interner Speicher: 128/256 GB SSD, nicht erweiterbar
  • Kameras: 5 MP (Rück- und Frontkamera)
  • WLAN 802.11 a/b/g/n/ac MIMO, Bluetooth 4.1
  • LTE Cat. 6 (optional)
  • Maße: 290,3 x 198,8 x 6,3 mm
  • Gewicht: 693 g (WLAN-Version), 696 g (LTE-Version)

Auch das Display ist klasse, der AMOLED-Bildschirm mit 12 Zoll Diagonale ist angenehm hell, kontrastreich und ausreichend scharf. 2160 x 1440 Pixel ergeben eine Pixeldichte von 216 ppi. Die Ränder ums Display sind nicht zu schmal und nicht zu breit, kapazitive Tasten oder einen Home-Button wie bei Android-Geräten gibt es beim TabPro S nicht.

Dafür hat es an der Seite eine Extra-Taste für das Startmenü, mit dem sich das zentrale Windows-Element im Tablet-Modus bequem öffnen lässt - ein kleines, aber sehr nützliches Detail. Andere Elemente finden sich kaum am Rahmen. Oben liegen Powertaste und Lautstärkewippe, rechts unten der Steckplatz fürs USB-C-Kabel und der Audioausgang. MicroSD-Karten nimmt das TabPro S nicht an, je nach Modell müssen 128 oder 256 Gigabyte SSD-Speicher ausreichen.

Blitzschneller Wechsel

Wer in den Laptop-Modus wechseln will, muss das Tablet nur ans mitgelieferte Tastatur-Cover andocken. Das geht dank magnetischer Halterung spielend leicht, Tasten und Touchpad sind sofort einsatzbereit. Die Tastatur macht einen guten und soliden Eindruck und bietet ein gutes Tippgefühl, eine Tastaturbeleuchtung fehlt aber. Das Touchpad reagiert präzise und zuverlässig auf Berührungen und Wischer. Zudem ist die Halterung so stabil, dass man im Notebook-Modus zur Not auch auf dem Schoß tippen kann.

Das Tastatur-Cover des TabPro S ist gleichzeitig Schutzhülle.
Das Tastatur-Cover des TabPro S ist gleichzeitig Schutzhülle.(Foto: jwa)

Kleiner Minuspunkt: Das Display ist so nah am Tastenblock, dass man beim Tippen manchmal ungewollt den Touchscreen berührt. Außerdem nicht ganz optimal: Das TabPro S kennt nur zwei feste Aufstellwinkel, einen sehr steilen und einen sehr flachen. Eine geeignete Mittelposition fehlt. Das Display ist aber gut ablesbar und erleichtert so das Arbeiten auch bei schrägen Betrachtungswinkeln.

Die Leistung des lüfterlosen und dadurch flüsterleisen Windows-Tablets ist absolut ausreichend, ein Core-m3-Prozessor der Skylake-Reihe sorgt für flottes Arbeitstempo, 4 Gigabyte Arbeitsspeicher stehen zur Verfügung. Aufwändige und rechenintensive Arbeiten an großen Dateien wie Videoschnitt oder Bildbearbeitung führen das Galaxy Tab an seine Grenzen, komplexe Grafikdarstellungen bringen es ins Stottern. Doch Alltagsaufgaben erledigt es pflichtbewusst und flott. Das 4:3-Format ist zwar nicht primär aufs Streaming ausgelegt, doch auf dem 12-Zoll-Display macht es Spaß, Videos zu schauen. Die Lautsprecher klingen gut und scheppern nicht, sind aber etwas leise.  

Auf Augenhöhe mit dem Matebook

Im TabPro S steckt ein Akku mit 5200 Milliamperestunden, laut Samsung soll das für bis zu 10 Stunden Laufzeit reichen. Im Test verlor der Akku in rund sechs Stunden etwa 60 Prozent Ladung - bei moderater gemischter Nutzung, Streaming und Browsing bei voller Helligkeit und gelegentlichen Ruhepausen. Wer mit dem TabPro S durchgehend arbeitet oder es zum Spielen und Videos schauen nutzt, darf Laufzeiten zwischen sechs und acht Stunden erwarten.

Das Galaxy TabPro S spielt in der gleichen Liga wie Huaweis Matebook, das technisch ganz ähnlich ausgestattet ist. Ein Fingerabdruck-Scanner fehlt dem Samsung-Tablet, den digitalen Stift gibt's nur gegen Aufpreis. Dafür ist die Tastaturhülle immer im Lieferumfang enthalten. Im direkten Preisvergleich ist das TabPro S damit etwas teurer als das Matebook, die Windows-10-Home-Edition mit WLAN kostet rund 1000 Euro. Huawei verlangt für die Einsteigerversion des Matebooks mit gleicher technischer Ausstattung 800 Euro, das Tastatur-Cover kostet 150 Euro.

Quelle: n-tv.de

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