Technik
Auf diesem Foto von "Slashgear" ist kein Home-Button auf der Vorderseite zu sehen, obwohl es sich anscheinend um das Standardgerät ohne gewölbtes Display handelt.
Auf diesem Foto von "Slashgear" ist kein Home-Button auf der Vorderseite zu sehen, obwohl es sich anscheinend um das Standardgerät ohne gewölbtes Display handelt.(Foto: Slashgear)
Samstag, 09. September 2017

Das Mate 10 wird mächtig gut: Kann Huawei dem iPhone Paroli bieten?

Rund vier Wochen nachdem das neue iPhone vorgestellt wurde, bringt Huawei das Mate 10 heraus. Schon der Vorgänger war ein technischer Leckerbissen und das neue chinesische Phablet könnte Apples Jubiläums-Handy echte Konkurrenz machen.

Klar, in Europa oder den USA verkauft Huawei bei weitem nicht so viele Smartphones wie Apple. Aber global betrachtet ist der chinesische Hersteller bereits eine Weltmacht. In seinem Heimatland hat Huawei laut Statista bereits Oppo die Krone entreißen können und global konnte Huawei im Sommer erstmals Apple überholen und belegt zumindest vorübergehend hinter Samsung den zweiten Platz. Der Counterpoint-Statistik zufolge ist der Vorsprung der Chinesen aktuell hauchdünn und Apples Schwäche saisonbedingt kurz vor einem neuen iPhone wenig überraschend. Die kommenden Geräte aus Cupertino dürften die Kräfteverhältnisse vorerst wieder zurechtrücken.

Schritt für Schritt an die Spitze

Der Kirin 970 ist das leistungsfähige Gehirn des Huawei Mate 10.
Der Kirin 970 ist das leistungsfähige Gehirn des Huawei Mate 10.(Foto: Huawei)

Huaweis langfristiges Ziel ist es die Nummer 1 zu werden. Für Samsung will sich das Unternehmen noch etwas Zeit lassen, vielleicht 2019 oder 2020, sagte CEO Richard Yu im Januar 2016. Apple soll aber schon im kommenden Jahr fällig sein. "Wir werden sie uns Schritt für Schritt, Innovation für Innovation  schnappen." Das sagte Yu im vergangenen November bei der Vorstellung des Mate 9 in München. Das Gerät stellte sich als eines der besten Smartphones 2016 heraus, ist dem iPhone 7 Plus durchaus ebenbürtig und in einigen Bereichen hat es vielleicht sogar die Nase vorne. So wirkt sein Design mit sehr dünnen Display-Rändern moderner und seine in Zusammenarbeit mit Leica entstandene Doppel-Kamera mit Monochrom-Sensor ist im Profi-Modus vielseitiger. Außerdem hat das Gerät einen sehr starken Prozessor aus eigener Herstellung und glänzt mit einer herausragenden Laufleistung. Alles in allem, bot Apple aber wohl noch das bessere Gesamtkonzept.

Jetzt bereitet Huawei den Marktstart des Mate 10 vor, am 16. Oktober wird es in München vorgestellt. Den Gerüchten nach soll das Smartphone einen 5,8 oder 6 Zoll großen Bildschirm mit 2160 x 1080 Pixeln haben. Wie genau es aussehen wird, ist noch nicht bekannt beziehungsweise die Hinweise widersprechen sich. Möglicherweise wird es eine Pro-Version mit nahezu randlosem Display im 2:1-Format und Fingerabdrucksensor auf der Rückseite sowie ein Modell mit klassischem Bildschirm-Format und Fingerabdrucksensor auf der Vorderseite geben. Kommt es tatsächlich so, hätten Kunden wie bei Apple die Wahl zwischen Premium- und Standard-Varianten. Huawei setzt voraussichtlich weiter auf LCD, eventuell wird das Pro-Modell ein seitlich gebogenes OLED-Display haben - auch hier gäbe es dann Parallelen zu den neuen iPhones.

Super-Chip mit NPU

Sicher ist, dass das Mate 10 wieder eine Dual-Kamera haben wird. Huaweis Teaser-Videos nach soll sie unter anderem überragend schnell sein sowie Motive erkennen und die Einstellungen entsprechend anpassen können. Möglich machen soll dies neben einer überarbeiteten Optik der neue Super-Prozessor Kirin 970, den Huawei kürzlich auf der IFA vorstellte. Der im 10-Nanometer-Verfahren hergestellte Chip soll unter anderem bis zu 2000 Bilder pro Minute erkennen können. Um solche Aufgaben einer künstlichen Intelligenz möglich zu machen, hat der Kirin 970 eine neurale Recheneinheit integriert (Neural Processing Unit/NPU). Sie soll so gut arbeiten, dass Huawei davon ausgeht, dass sie Cloud-basierte KI-Prozesse ersetzen kann. Cloud-  und On-Bord-AI könnten sich aber auch ergänzen, sagte Yu. Außerdem hat der neue Chip die derzeit modernste ARM-Grafikeinheit an Bord. Und trotz seiner Leistungsfähigkeit soll der Kirin 970 sehr sparsam sein.

Noch ist nicht ganz klar, was das Mate 10 genau auf der Pfanne hat und in welchen Varianten es auf den Markt kommt.  Es wird aber immer deutlicher, dass Huawei nicht mehr nur mit einer breiten Masse von guten Handys Marktanteile erobern möchte, sondern mit Top-Smartphones Apple und Samsung auch in der absoluten Oberklasse angreifen will. Es wird spannend zu sehen, ob das Mate 10 dem Galaxy Note 8 und vielleicht sogar dem Jubiläums-iPhone Paroli bieten kann.

Quelle: n-tv.de

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