Technik

FileSonic schaltet freiwillig ab: Kim Schmitz bleibt hinter Gittern

Der in Neuseeland verhaftete und wegen Internet-Piraterie und Geldwäsche angeklagte deutsche Gründer der Internet-Tauschbörse Megaupload, Kim Schmitz, bleibt vorerst hinter Gittern. Das Gericht will erst später über eine mögliche Freilassung auf Kaution entscheiden. Unterdessen zeigt die Aktion gegen Megaupload Wirkung bei anderen Filesharing-Unternehmen.

Der festgenommene Gründer der geschlossenen Internet-Tauschplattform Megaupload, Kim Schmitz, bleibt vorerst weiter hinter neuseeländischen Gittern. Richter David McNaughton vertagte die Entscheidung über den Antrag der Verteidigung auf Freilassung gegen Kaution. Wie auf der Webseite der Zeituntg "The New Zealand Herald" zu lesen ist, will McNaughton frühestens am 24. Januar seine Entscheidung verkünden.

Kim Schmitz alias Kim Dotcom.
Kim Schmitz alias Kim Dotcom.(Foto: dpa/kwe)

Schmitz, der sich mittlerweile in Kim Dotcom umgetauft hat, erklärte sich für unschuldig. Sein Verteidiger argumentierte, dass Dotcoms Reisepass beschlagnahmt und seine Finanzen eingefroren seien und er dauerhaft in Neuseeland bleiben wolle. Die Staatsanwältin Anne Toohey hält dagegen die Fluchtgefahr für sehr hoch, da Schmitz Zugang zu viel Geld, Transportmöglichkeiten sowie mehreren Identitäten habe und außerdem schon mehrfach vor der Justiz geflohen sei.

20 Jahre Haft drohen

Schmitz wurde zusammen mit drei weiteren Managern von Megaupload am 20. Januar in Auckland verhaftet. Die USA haben einen Auslieferungsantrag gestellt. Das FBI wirft dem Deutschen unter anderem Verstöße gegen Gesetze zum Schutz von Urheberrechten, Geldwäsche und organisiertes Verbrechen vor. Die Strafen darauf sind hart, Schmitz drohen 20 Jahre Haft, im für ihn ungünstigsten Fall sogar noch mehr. Das Auslieferungsverfahren könnte Monate dauern, sagen Rechtsexperten.

Die Polizei in Neuseeland beschlagnahmte Gegenstände im Wert von mehreren Millionen Dollar, Luxus-Autos wie etwa einen Rolls-Royce sowie umgerechnet acht Millionen Dollar von den Beschuldigten. Laut Anklageschrift soll Megaupload mit dem Weiterverteilen von geschützten Filmen, Musiktiteln und Softwareangeboten über 175 Millionen Dollar eingenommen haben.

Nicht zum ersten Mal vor Gericht

Der gebürtige Kieler Schmitz mischte seit Mitte der Neunziger Jahre in der deutschen Internetszene mit und ist für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt. 1998 stand Schmitz, der am 21. Januar 38 Jahre alt wurde, zum ersten Mal im Zusammenhang mit Raubkopien vor Gericht. Er wurde wegen Betrugs, Computerbetrugs, Bandenhehlerei und Missbrauchs von Titeln zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Damals wurde die Software noch über Mailboxen verteilt. 2002 verurteilte ihn ein Münchner Gericht zu einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung wegen Insiderhandels mit Aktien von "Letsbuyit.com".

Unterdessen zeigt die Aktion gegen Megaupload offenbar Wirkung bei anderen Datentausch-Diensten. Das vielgenutzte "FileSonic" hat, ohne Gründe zu nennen, die Sharing-Funktion seines Dienstes eingestellt. Auf der Website steht lediglich der Hinweis, dass Nutzer nur noch ihre selbst hochgeladenen Dateien abrufen können. Schon kurz nach der Schließung von Megaupload hatte "Uploaded.to" reagiert. Allerdings hat das Unternehmen vorerst die Möglichkeit, über seinen Dienst Daten zu tauschen, nur in den USA deaktiviert.

Quelle: n-tv.de

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