Technik

Verbraucher profitieren : Routerzwang wird abgeschafft

Einstimmig: Der Bundestag hat die Abschaffung des sogenannten Routerzwangs beschlossen. Internetanbieter können ihren Kunden nicht länger Zugangsdaten vorenthalten und bestimmte Geräte diktieren.

Sie mussten sich bislang über einen bestimmten Router ihres Anbieters ins Internet einwählen: Kunden mit Kabel- oder Glasfaseranschlüssen.
Sie mussten sich bislang über einen bestimmten Router ihres Anbieters ins Internet einwählen: Kunden mit Kabel- oder Glasfaseranschlüssen.(Foto: dpa)

Internet-Provider in Deutschland können ihre Kunden nicht länger zwingen, bei der Einwahl ins Netz eine bestimmte Hardware zu verwenden. Der Bundestag beschloss am einstimmig die Abschaffung des sogenannten Routerzwangs. Die Anbieter von Breitband-Internetanschlüssen schrieben ihren Kunden bislang vor, welche Router sie zur Einwahl ins Netz benutzen müssen. Sie definierten die Geräte einfach als Teil ihres Netzes, über das allein sie verfügen dürfen. Das neue Gesetz definiert nun aber die Anschlussdose an der Wand als "Netzabschlusspunkt" und lässt damit den Kunden die freie Wahl, welchen Router sie benutzen möchten.

Bisher bietet das von einigen Providern gestellte, vermietete oder verkaufte Gerät keine Netzwerkspeicher-Funktionen, lässt das Einprogrammieren alternativer Anbieter für die Internettelefonie (VoIP) nicht zu oder entspricht von der WLAN-Leistung her nicht den Vorstellungen des Verbrauchers. Während Kunden mit Kabel- oder Glasfaseranschlüssen bisher im Prinzip keine Wahl hatten, erlauben viele DSL-Anbieter das freie Betreiben eines beliebigen Routers ohnehin schon seit langem.

Unabhängig von Anbieter und Anschlussart kann man sich fast immer damit behelfen, den Wunschrouter hinter den Zwangsrouter zu "hängen". "Der Router des Anbieters stellt dann die Verbindung ins Internet her und übernimmt zumeist auch die Telefonie", erklärt das Telekommunikationsportal "Teltarif.de".

"Der zweite Router vermittelt die Internetverbindung ins Heimnetzwerk, stellt das WLAN-Netzwerk bereit und streamt Medieninhalte oder verteilt Dateien", so die Experten weiter. Nachteilig an dieser Konstellation sei aber der zusätzliche Platz- und Stromverbrauch. Außerdem kämen manche Internet-Anwendungen mit den hintereinandergeschalteten Routern nicht zurecht.

Wesentlich eleganter ist es, wenn man die Zugangsdaten für Internetzugang und VoIP-Telefonie - wie es der Gesetzentwurf (pdf) vorsieht - vom Anbieter direkt erhält, in den Wunschrouter eingeben kann und kein zweites Gerät parallel laufen muss.

Das Einstellungsmenü seines Routers erreicht man oft über das Eintippen von 192.168.2.1 in der Adresszeile des Browsers. Dann sucht man den Punkt "Internet", "Internetzugang" oder ähnlich und gibt dort seinen Benutzernamen und das Passwort ein.

Gleiches gilt für die Telefonie-Zugangsdaten unter "Telefonie", "Sprache", "SIP" oder ähnlich. Diese bestehen meist aus der vergebenen Rufnummer und einem Passwort. Zusätzlich müssen noch diverse Einstellungen rund um das für die VoIP-Telefonie eingesetzte SIP-Protokoll vorgenommen werden.

Quelle: n-tv.de

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