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Mit getarnten Emails überlisteten die Hacker die Nato.
Mit getarnten Emails überlisteten die Hacker die Nato.(Foto: dpa)

Sicherheitslücke bei Windows: Russische Hacker spionieren Nato aus

Russischen Hackern gelingt ein besonderer Coup. Sie spionieren die Nato aus - die Windows-Rechner des Verteidigungsbündnisses machen es möglich. Für ihren Datendiebstahl bedienen sich die Angreifer eines billigen Tricks.

Weil die Windows-Rechner der Nato eine Sicherheitslücke aufwiesen, konnten Hacker das Verteidigungsbündnis ausspionieren. Die Angreifer arbeiteten wahrscheinlich für die russischen Geheimdienste, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf einen Bericht der Cybersicherheitsfirma iSight Partners. Ebenfalls im Visier der Hacker seien die ukrainische Regierung, eine westeuropäische Regierung, ein polnisches Energieunternehmen und eine französische Telekommunikationsfirma gewesen.

Die Hacker hätten es auch auf politische Informationen abgesehen, die im  Zusammenhang mit der Krise in der Ukraine stünden. ISight gehe von russischen Hackern aus, weil in der Software bestimmte Sprachbausteine benutzt worden seien und allgemein die Auswahl der Ziele darauf schließen lasse.

Die Sicherheitslücke besteht den Angaben zufolge in allen Windows-Versionen von Vista bis 8.1 mit der Ausnahme von Windows XP. Die "SandWorm" genannte Gruppe habe dabei E-Mails mit glaubwürdig erscheinenden Adressen verschickt. Sobald die Anlagen der Mails geöffnet worden seien, hätten die Hacker in die Computersysteme der attackierten Organisationen eindringen können.

Altbekannter Trick

Dabei handelt es sich um einen gängigen Trick, mit dem Kriminelle seit Jahren versuchen, normalen Nutzern die Kontodaten zu stehlen oder ihre Rechner mit Viren zu verseuchen. Windows-Hersteller Microsoft will laut "Washington Post" in Kürze ein Sicherheitsupdate für sein Betriebssystem bereitstellen.

Der Server, über den die Angriffe liefen, steht den Angaben zufolge in Deutschland. Die Regierung in Kiew sei Ende August vor dem Nato-Gipfel in Wales attackiert worden. Die Experten von iSight Partners konnten jedoch nicht feststellen, wie erfolgreich die Hackergruppe tatsächlich vertrauliche Informationen abgreifen konnte. Die Regierung in Moskau hatte in der Vergangenheit den Vorwurf der Cyber-Spionage stets zurückgewiesen.

Quelle: n-tv.de

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