Technik

Nicht nach Apples Geschmack: Samsung rundet Galaxy Tab ab

von Klaus Wedekind

Wer denkt, Samsung hat das Galaxy Tab 10.1 hierzulande bereits abgeschrieben, täuscht sich gewaltig. Die Koreaner bringen eine im Design leicht veränderte Version speziell für den deutschen Markt heraus, die nicht gegen Apples Geschmacksmuster verstoßen soll. Die einstweilige Verfügung gegen das "alte" Tablet soll für das neue nicht gelten.

Die Lösung lag auf der Hand und Samsung hat schnell reagiert: Um die einstweilige Verfügung gegen das Galaxy Tab 10.1 zu umgehen, haben die Koreaner das Design des Tablet-Rechners leicht geändert und verkaufen es jetzt als Galaxy Tab 10.1N. Ob das Gericht, das eine einstweilige Verfügung gegen das Gerät verhängt hat, mitspielt, ist allerdings noch unklar.

(Foto: Samsung)

Es ist schon erstaunlich, wie schnell Samsung erneut das Design des Galaxy Tab 10.1 angepasst hat. Zunächst war der Tablet-Rechner im vergangenen Februar bei seiner Präsentation in Barcelona ein Kraftpaket, dem man seine Muskeln auch ansah. Als Apple dann das ultraschlanke iPad 2 hervorzauberte, stellte man bei Samsung erschrocken fest, dass ihr Gerät zu dick und zu schwer ist. Die Schockstarre war aber schnell gelöst und die Koreaner zeigten schon wenige Wochen später das neue Galaxy Tab 10.1: dünner und leichter als das iPad 2.

Apple erkannte, wie gefährlich das Samsung-Tablet für das Quasi-Monopol des iPad werden würde. Daher begannen die Kalifornier einen weltweiten juristischen Feldzug gegen den asiatischen Konkurrenten. In Deutschland erzielten Apples Anwälte mit einem sogenannten Geschmacksmuster einen großen Erfolg vor dem Düsseldorfer Landgericht: Wegen "zu großer Nähe" zum "Look & Feel" des iPad bestätigte die Richterin eine einstweilige Verfügung und verhängte ein Verkaufsverbot gegen das Samsung-Tablet.

Neuer Rahmen, neues Glück

Zwar geht die Verhandlung weiter und Samsung will gegen Apples Geschmacksmuster vorgehen. Doch egal, wie das Verfahren ausgeht, käme eine Entscheidung zu spät. Das Weihnachtsgeschäft wäre so oder so gestorben. Doch wie "MobiFliop.de" herausfand, hat Samsung noch lange nicht aufgegeben. Das Unternehmen hat erneut sehr schnell das Design des Tablets geändert und bietet jetzt ein "deutsches Modell" an, das so modifiziert wurde, dass es sich auch in der Draufsicht ausreichend vom iPad 2 unterscheiden soll.

Im direkten Vergleich ist der unterschiedliche Rahmen deutlich zu sehen.
Im direkten Vergleich ist der unterschiedliche Rahmen deutlich zu sehen.(Foto: MobiFlip.de)

Das Galaxy Tab 10.1N hat einen runden Rahmen, der vor allem an den Seiten deutlich über den Bildschirm hinausgeht. Außerdem hat Samsung offenbar die Lautsprecher in die neue Leiste eingebaut. Wie "Areamobile" erfahren hat, liefert Samsung die "Deutschland-Tablets" außerdem mit der aktuelleren Honeycomb-Version Android 3.2 aus. Das Innenleben unterscheidet sich zu dem des "verbotenen" Geräts dagegen nicht.

Eine Reaktion von Apple gibt es bisher nicht, Samsung plant eine offizielle Pressemitteilung für den 18. November. Experte Florian Müller von "Foss Patents" hält es für möglich, dass die Design-Änderungen ausreichend sind, wagt aber keine Prognose, wie das Düsseldorfer Gericht entscheiden könnte. Es bleibt also spannend.

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Quelle: n-tv.de

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