Technik

Das Morsealphabet für den Handel: Vater des Strichcodes ist tot

Seine Idee entsteht am Strand und sie revolutioniert den Einzelhandel: Schon in den 40er Jahren erfindet N. Joseph Woodland den Strichcode für Waren - und ist damit seiner Zeit weit voraus. Nun stirbt er in New York.

Der Maschinenbauer Woodland wurde mit seiner Erfindung nicht reich.
Der Maschinenbauer Woodland wurde mit seiner Erfindung nicht reich.(Foto: dpa)

Dieser Mann hat dem modernen Einzelhandel seinen Stempel aufgedrückt: Von N. Joseph Woodland stammt die erste Idee für einen Strichcode zur Kennzeichnung von Waren. Woodland starb am vergangenen Wochenende im Alter von 91 Jahren

Die Idee für den Strichcode kam Woodland am Strand, wie es im Nachruf der "New York Times" heißt. Er dachte in den 40er Jahren auf Anregung eines Supermarkt-Managers über ein System zur Speicherung von Waren-Informationen nach. Dabei fiel dem ehemaligen Pfadfinder der Morse-Code ein - nur eben mit dickeren und dünneren Streifen statt der Punkte und Striche. Er fuhr dann mit seinen Fingern durch den Sand: Der Strichcode war geboren. Die erste Version war allerdings kreisrund, damit die Ausrichtung der Verpackung keine Rolle spielte.

Die Erfindung, die Woodland zusammen mit seinem Studienfreund Bernard Silver ausarbeitete, war allerdings ihrer Zeit voraus und machte die beiden nicht reich. Ein Problem war unter anderem die Technik zum Einlesen der Strichcodes, die damals noch extrem helle Lampen erfordert hätte.

Woodland und Silver ließen sich ihre Idee mit den schwarz-weißen Strichen, die aus dem Handel heute nicht mehr wegzudenken sind, im Jahr 1952 patentieren und verkauften sie für 15.000 Dollar an das Elektronikunternehmen Philco. Der Maschinenbauer Woodland arbeitete rund 35 Jahre für IBM. In den 70er Jahren entwickelte er in einem Team einen Laserscanner, der den Strichcode lesen konnte.

1992 wurde Woodland mit der Nationalen Technologie-Medaille ausgezeichnet. Nach Angaben seiner Tochter starb er an Komplikationen im Zusammenhang mit seiner Alzheimer-Erkrankung.

Quelle: n-tv.de

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