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Das Galaxy Note 7 war auf dem Weg, die Nummer 1 zu werden, bevor alle Hoffnungen in Rauch aufgingen.
Das Galaxy Note 7 war auf dem Weg, die Nummer 1 zu werden, bevor alle Hoffnungen in Rauch aufgingen.(Foto: jwa)
Mittwoch, 12. Oktober 2016

Samsung findet Fehler nicht: Warum das Galaxy Note 7 keine Chance hatte

Das Galaxy Note 7 ist Geschichte, Samsung hat die Produktion eingestellt, obwohl das Gerät eigentlich ein hervorragendes Smartphone ist. Musste das sein? Ja, denn für eine andere Lösung fehlte die wichtigste Voraussetzung.

Als Samsung im August das Galaxy Note 7 vorstellte, war schnell klar, dass es ein außergewöhnliches Gerät ist, das das Zeug hat, zum besten Smartphone des Jahres gekürt zu werden. Auch die ersten Testberichte sahen das Handy ganz weit vorne und die Vorbestellungen verhießen dem südkoreanischen Hersteller einen großen Verkaufserfolg. Dann kamen die ersten Berichte über brennende Akkus und das Verhängnis nahm seinen Lauf. Trauriger Höhepunkt war jetzt der endgültige Produktionsstopp. Aber war das wirklich nötig, hätte Samsung keine weniger drastische Möglichkeit finden können? Offenbar nicht, wie ein Artikel der "New York Times" zeigt.

Ingenieure täuschen sich

Den Quellen der Zeitung nach haben die Südkoreaner nach den ersten Akku-Alarmen schon im August hunderte Ingenieure auf die Suche nach der Ursache geschickt. Nachdem sie den Fehler nicht finden konnten, seien sie zu dem Schluss gekommen, dass Akkus eines Zulieferers schadhaft sein müssen, schreibt die "New York Times". Samsung wechselte daher den Produzenten und stattete Austauschgeräte mit den vermeintlich sicheren Batterien aus. Doch schon kurze Zeit später meldeten sich Nutzer, bei denen auch das Ersatz-Smartphone Akku-Probleme hatte.

Zunächst teilte Samsung noch mit, es handle sich um ganz normale Probleme der Massenproduktion und bei den Austauschgeräten bestehe keine Explosionsgefahr. Doch wenige Tage später ging die Hoffnung, den Fehler beseitigt zu haben, endgültig in Rauch auf, als ein angeblich sicheres Galaxy Note 7 in einem Flugzeug Feuer fing. Als kurz darauf weitere Fälle bekannt wurden, stoppte Samsung erst den Verkauf und schließlich die Produktion des Smartphones.

Keine dritte Chance

Bis zu diesen Zeitpunkt suchten die Ingenieure weiter verzweifelt den Fehler. Hätten sie ihn vorher noch gefunden, hätten sie eine eindeutige Ursache feststellen können, wäre das ansonsten fast makellose Smartphone vielleicht noch zu retten gewesen. Doch laut "New York Times" haben Samsungs Mitarbeiter bis heute noch nicht nachvollziehen können, warum einige Geräte explodierten.

So blieb Samsung wahrscheinlich keine andere Wahl, als das Galaxy Note 7 und damit vielleicht auch die gesamte Note-Serie zu beerdigen. Es wäre verantwortungslos gewesen, potenziell brandgefährliche Geräte weiterzuverkaufen. Und einen dritten Anlauf zu wagen, nachdem der Fehler irgendwann endlich gefunden wurde, wäre ein ebensso nicht kalkulierbares Risiko gewesen.

Richtige Entscheidung

Das Vertrauen in das Gerät ist dahin, Samsung muss darauf bedacht sein, sein ramponiertes Image vor noch größeren Schaden zu bewahren. Da ist ein sauberer Schlussstrich die bessere Lösung als ein krampfhaftes Festhalten an dem Unglücks-Smartphone. Denn viel wichtiger als das Note 7 oder die empfindlichen Verluste durch den Produktionsstopp ist für Samsung das Ansehen seiner Galaxy-S-Smartphones - den tatsächlichen iPhone-Gegnern. Die aktuellen 7er-Geräte sind top, die Nachfolger stellt Samsung wahrscheinlich Anfang März 2017 vor. Bis dahin ist vielleicht Gras über die Note-7-Affäre gewachsen - falls nicht auch noch ein Galaxy S7 in Flammen aufgeht.

Quelle: n-tv.de

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