Technik
Sechs Apps, sechs Einfalltore? (whatsapp.com / Screenshot n-tv.de)
Sechs Apps, sechs Einfalltore? (whatsapp.com / Screenshot n-tv.de)

Update hat nicht gereicht: WhatsApp erneut geknackt

Monatelang ist WhatsApp offen wie ein Scheunentor, Nutzerkonten können einfach gekapert werden. Dann bringt ein Update für den Messenger Abhilfe - vermeintlich. Tatsächlich ist der Aufwand "gering", auf anderem Wege das gleiche Ziel zu erreichen.

Die Sicherheitslücke des Messenger WhatsApp ist offenbar noch immer vorhanden. Der Aufwand, um das Konto eines fremden Nutzers über den neuen Weg zu kapern, sei gering, schreibt das Fachmagazin "Heise Security". Die Tester hätten unbemerkt Nachrichten im Namen anderer WhatsApp-Nutzer senden und empfangen können. Auf den betroffenen Android-Smartphones sei die derzeit aktuelle Version 2.8.7326 der Nachrichten-App installiert. Nach diesem Update galt die Lücke zunächst als geschlossen.

Für die Übernahme des Kontos benötigten die Experten demzufolge nur die Handynummer sowie die Seriennummer, die IMEI des entsprechenden Gerätes. Aus der Nummer könne das Passwort für den WhatsApp-Server generiert werden. Neben der Android-Version sind vermutlich auch die Apps anderer Smartphone-Betriebssysteme betroffen. Bei Tests sei auch die iOS-Version für Apple-Geräte verwundbar gewesen.

Monate ohne Lösung

Die Sicherheitslücke war bereits vor Monaten bekannt geworden. Die Datenübertragung zwischen dem Smartphone und dem Server des Unternehmens war nicht verschlüsselt. Es reichte, wenn ein Nutzer das Programm im öffentlichen WLAN nutzte, um sich angreifbar zu machen. Ob sich das mit letzten Update geändert hat, haben die Entwickler nicht öffentlich dokumentiert.

WhatsApp ist der populärste unter den Messengern, die für viele Nutzer die klassische SMS und MMS ersetzen. Die App greift auf das Adressbuch zu und synchronisiert so die eigene Kontaktliste. Es gibt bereits einige Alternativen, auch wenn keine davon die Popularität von WhatsApp erreicht.

Mehrere Mobilfunkbetreiber haben sich mit "Joyn" auf einen neuen Standard geeinigt, um die Möglichkeiten, Bilder und andere Dateien zu verschicken, ebenfalls anbieten zu können. Zudem ist Videotelefonie möglich. Bislang ist eine entsprechende App nur über Vodafone erhältlich. Telekom und O2 wollen nachziehen.

Quelle: n-tv.de

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