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Wegen einer besonderen Bedrohungslage erhält auch Windows XP nochmal ein Update.
Wegen einer besonderen Bedrohungslage erhält auch Windows XP nochmal ein Update.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 14. Juni 2017

Schutz vor "Athena": Windows XP erhält noch ein Update

Microsoft veröffentlicht ein Update, mit dem es seine Betriebssysteme vor staatlichen Hackern schützen möchte. Überraschend steht der Patch auch für Windows XP zur Verfügung. Microsoft erklärt, warum.

Microsoft hat ein außerplanmäßiges Windows-Update veröffentlicht, das alle Nutzer sofort aufspielen sollten. Laut Blogeintrag soll es Schwachstellen im Betriebssystem beseitigen, die das Risiko erhöhten, von staatlichen Akteuren und "Nachahmer-Organisationen" gehackt zu werden. Microsoft reagiert damit offenbar auf Wikileaks-Enthüllungen zum CIA-Spionage-Programm "Athena". Das Tool soll in der Lage sein, jede Windows-Version zu knacken und dem US-Geheimdienst ermöglichen, übernommene Computer auszuspionieren und auf dem befallenen System weitere Software zu installieren oder Daten zu löschen.

Mit dem Hinweis auf Parallelen zum Angriff des Erpresser-Trojaners "WannaCry" schreibt Microsoft, auch diesmal stehe das Sicherheits-Update für alle Windows-Versionen zur Verfügung. Dazu gehören Vista und XP. Die Nutzer dieser veralteten Betriebssysteme müssen allerdings selbst aktiv werden und den Patch von einer Support-Seite herunterladen.

Um herauszufinden, welche Version genau installiert ist, drückt man zunächst die Windows-Taste und die R-Taste gleichzeitig. Im sich öffnenden Fenster tippt man dann "winver" ein und drückt die Eingabetaste. Wer Windows 8.1 oder Windows 10 nutzt und automatische Updates aktiviert hat, ist ohne weitere Aktion auf der sicheren Seite. Ansonsten müssen Nutzer in den Einstellungen nach Aktualisierungen suchen. Weitere Informationen gibt hier.

Es bleibt bei der Ausnahme

Dass Microsoft in den vergangenen vier Monaten bereits zwei Mal Updates für Windows XP und Vista veröffentlicht hat, ändert nichts daran, dass es für diese Versionen des Betriebssystems grundsätzlich keinen Support mehr gibt, also eigentlich auch keine Sicherheits-Updates. Man habe sich lediglich angesichts der aktuellen Bedrohungslage zu dem Schritt entschlossen, so die Erklärung.

Obwohl das über 15 Jahre alte Windows XP seit drei Jahren offiziell keinen Support mehr erhält, läuft das System laut Netmarketshare immer noch weltweit auf fast 6 Prozent aller Desktop-Computer. Infektionen dieser Systeme können auch modernere Rechner gefährden, wenn befallene XP-Computer zur Verbreitung von Malware genutzt werden.

Quelle: n-tv.de

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