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Ein schicker Würfel beherbergt den Einplatinencomputer des eBlockers.
Ein schicker Würfel beherbergt den Einplatinencomputer des eBlockers.(Foto: eBlocker)

Anonym Surfen im Handumdrehen: eBlocker macht Datenschutz zum Kinderspiel

Von Johannes Wallat

Anonym im Netz? Dafür gibt's Hilfsmittel für den Browser oder das Tor-Netzwerk. Einfacher soll's mit eBlocker gehen: Die Plug-and-Play-Lösung ist sofort einsatzbereit und schützt das ganze Netzwerk. n-tv.de hat den Schnüffelstopper ausprobiert.

Privatsphäre und der Schutz der eigenen Daten im Internet stehen hoch im Kurs, das Interesse der Nutzer an diesen Themen ist groß. Doch in der Praxis scheitert es häufig daran, dass eine nutzerfreundliche "Plug-and-Play-Lösung" fehlt, die auch für Otto-Normalverbraucher leicht zu verwenden ist. Wer anonym im Internet surfen möchte, kann zwar auf Browser-Erweiterungen und Plug-Ins, zurückgreifen, die die eigene Identität auf Wunsch verschleiern oder sogenannten Trackern den Weg versperren, die sich an die Spuren der Nutzer heften und ihren Weg durchs Netz nachverfolgen. Informierte Nutzer können auch auf Lösungen wie das Tor-Netzwerk umsteigen. Praktischer, potenter und leichter einzurichten ist aber eBlocker, ein kleiner Kasten, der an den heimischen Router angeschlossen wird und fortan den gesamten Internetverkehr durch seine Schleusen lenkt.

Das Projekt zweier deutscher Sicherheits- und IT-Experten war im Sommer 2015 als Software-Lösung an den Start gegangen, bei "Indiegogo" suchte man per Crowdfunding nach Unterstützern. Inzwischen wurde über eine weitere Crowdfunding-Kampagne auf "Kickstarter" auch die Produktion der eBlocker-Hardware finanziert. Ein wichtiger Schritt, denn zuvor richtete sich eBlocker eher an technisch versierte Nutzer, die die Software zum Beispiel auf einem Raspberry Pi testen konnten. Handgefertigte Vorseriengeräte gab es ebenfalls, doch mit dem erfolgreichen Abschluss der Kickstarter-Kampagne gibt es bald auch ansprechend aussehende Geräte für Endkunden zu kaufen, kompakte Einplatinencomputer mit der entsprechenden Sicherheitssoftware.

Privatsphäre per Plug-and-Play

So sieht das Vorserienmodell des eBlockers aus.
So sieht das Vorserienmodell des eBlockers aus.(Foto: jwa)

Erklärtes Ziel des eBlockers: Privatsphäre einfach ein- und ausschalten zu können. Und tatsächlich funktioniert der kleine Schnüffelschutz so einfach, dass es kaum technisches Wissen benötigt, um ihn einzurichten. Einfach an einen freien LAN-Steckplatz des Routers stecken und mit dem Strom verbinden, schon ist eBlocker einsatzbereit. Er konfiguriert sich automatisch und ohne Softwareinstallation und leitet nach einer rund fünfminütigen Aufwärmphase den gesamten Datenverkehr durch seine Schleusen.

Nimmt man ihn beim ersten Mal in Betrieb, muss er noch registriert werden, um alle wichtigen Updates zu erhalten - die von der Community gepflegten Open-Source-Listen mit Datenerfassungsdiensten, Trackern und Werbenetzwerken werden täglich aktualisiert. Mehr braucht es nicht. Ein kleines, orangefarbenes Symbol in der oberen rechten Browserecke zeigt an, dass eBlocker aktiv ist. Ein Klick darauf öffnet einen breiten Kontrollbalken im oberen Browserbereich mit den wichtigsten Informationen und Einstellungen.

Hier sehen Nutzer zum Beispiel die Zahl der blockierten Tracker und Dritt-Werbung, ein Klick aufs jeweilige Symbol zeigt genauere Informationen zu den einzelnen Adressen. Blockierte Adressen können zu einer Ausnahmeliste hinzugefügt werden, Nutzer können auf Wunsch auf einen Tor-Client zurückgreifen und damit ihre IP-Adresse verbergen. Die Cloaking-Funktion verschleiert, mit welchem Endgerät ein Nutzer surft - das ist zum Beispiel nützlich, um beim Online-Shopping nicht Opfer von dynamischer Preisanpassung zu werden. So kann ein Nutzer, der mit einem iPad surft, sich mit eBlocker als Windows-PC "tarnen". In den Einstellungen können außerdem alle Geräte im Netzwerk separat eingerichtet werden.  

Ein Blocker für alle Geräte

Der vielleicht größte Vorteil des eBlockers ist neben seiner kinderleichten Einrichtung aber, dass er zentral das gesamte Netzwerk schützt, während Software-Lösungen wie Browser-Add-Ons jeweils nur für ein Gerät arbeiten. Auch der Datenverkehr von mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets wird durch den eBlocker gefiltert, und zwar nicht nur im Heimnetzwerk, sondern zukünftig auch von unterwegs. Diese Mobile-Funktion ist derzeit noch in Entwicklung und konnte noch nicht getestet werden, genau wie die "Family Edition", bei der Eltern erweiterte Einstellungsmöglichkeiten bekommen, um ihre Kinder vor ungewollten Inhalten zu schützen.

Im Tets kam noch eine unfertige Version der Software zum Einsatz, zudem stand n-tv.de nur ein Vorseriengerät zur Verfügung. Trotzdem ließen sich die bereits verfügbaren Funktionen einwandfrei nutzen, Einrichtung und Handhabung waren verblüffend einfach, Komplikationen traten keine auf. Die Kickstarter-Kampagne läuft noch bis Mittwoch, den 17. Februar. Für die Zeit der Kampagne gibt's das eBlocker-Pro-Paket direkt bei eBlocker für 99 Euro statt 199 Euro, die Family Edition kostet 124 Euro statt regulär 249 Euro.

Quelle: n-tv.de

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