Dienstag, 25. November 2008
Ohne Einfluss auf Geburtenzahl: 470 Mondzyklen überprüft
Der Mond hat keinen Einfluss auf die Zahl der Geburten. Das belegt eine neue wissenschaftliche Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Der Statistiker Oliver Kuß analysierte dafür mehr als vier Millionen Geburten zwischen 1966 und 2003 in Baden-Württemberg. Den Angaben zufolge handelte es sich um die weltweit größte derartige Untersuchung. Der Wissenschaftler überprüfte insgesamt 470 Mondzyklen.
Über den Einfluss des Mondes auf Geburt und Schwangerschaft gibt es zahlreiche Volksweisheiten, die nicht selten auch bei Beschäftigten im Gesundheitswesen wie etwa Hebammen verbreitet sind. So sollen bei Mondwechsel besonders viele Kinder zur Welt kommen. Eine andere volkstümliche Mondregel besagt, dass die Geburt unmittelbar bevorstehe, wenn bei zunehmendem Mond der Bauchumfang der Mutter mehr als 100 Zentimeter misst. "Einen Mondzyklus konnte ich bei der Analyse der Daten nicht feststellen", erklärte Kuß. Damit wurden andere Studien bestätigt, die allerdings nie über solch einen langen Zeitraum Daten untersuchten.
Der Statistikexperte stellte bei seinen Forschungen allerdings einen Wochen- und Jahreszyklus fest. Statistisch wurden montags und dienstags die meisten und am Wochenende die wenigsten Kinder geboren. Eine mögliche Ursache könnte sein, dass künstlich eingeleitete Geburten in den Kliniken von den Wochenenden weg auf Montag oder Dienstag gelegt werden. Jahreszeitlich kommen Ende September die meisten Kinder zur Welt. "Dies spricht für eine Zeugung in den Weihnachtsferien oder zumindest in der dunklen Jahreszeit", so der Hallenser Experte.
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