Flaschenpost fürs KlimaAbenteurer Arved Fuchs ist zurück

Mit einer Funkboje auf einer Eisscholle will der Abenteurer Arved Fuchs ein Zeichen gegen die globale Erwärmung setzen. Nun kann jeder online die Bewegung der schrumpfenden Eisplatte verfolgen.
Der Abenteuerer und Klima-Aktivist Arved Fuchs ist von seiner Grönland-Expedition zurückgekehrt. Er lief mit seinem Haikutter "Dagmar Aaen" im Flensburger Museumshafen ein. "Aufgrund der Klimaerwärmung ist die Eisdecke auf dem arktischen Ozean in diesem Sommer extrem geschrumpft", berichtete Fuchs. Vor der Nordküste Grönlands setzte Fuchs eine Funkboje als eine Art digitale Flaschenpost auf einer Eisscholle aus. Sie schickt täglich Meldungen über ihre Position, so dass sich die Bewegung der Eisscholle nachvollziehen lässt. "So wollen wir die Öffentlichkeit an der Eisdrift und an dem schnellen Abschmelzen des Eises teilhaben lassen", sagte Fuchs.
130 Kilometer hat die Scholle zurückgelegt
Mittlerweile hat die Scholle nach Angaben seines Büros rund 130 Kilometer zurückgelegt. Selbst, wenn sie schmilzt, soll die Boje weitersenden. Mit seiner Reise wollte der 58-Jährige ein Zeichen gegen die globale Erwärmung setzen und auf die UN-Klimakonferenz ab Ende November im südafrikanischen Durban hinweisen. Seit Jahren ringen die Staaten um ein Klimaschutzabkommen, das die größten Klimasünder einschließt. Das bisherige Kyoto-Protokoll, das nur einen Teil der Staatengemeinschaft umfasst, läuft 2012 aus.
Außerdem verschickte Fuchs zehn Mal eine reale Flaschenpost auf Eisschollen. Teilnehmer des fünften internationalen Klimacamps "Ice Climate Education" in Island versandten damit eine Botschaft: "Nur ein Tropfen im Ozean, nur eine Flasche im Meer, nur eine weitere geschmolzene Eisscholle, vielleicht die letzte, die wir sehen werden", heißt es darin. Das Camp veranstaltet der Bad Bramstedter seit 2007.
Eis schmilzt schneller als gedacht
Wissenschaftlern zufolge schmilzt das Polareis schneller als befürchtet. Im September erreichte die Eisbedeckung nahezu den Tiefstwert von 2007. Es ging auf eine Fläche von rund 4,3 Millionen Quadratkilometer zurück. Außerdem wird das Eis immer dünner. Nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts aus Bremerhaven liegt der Durchschnittswert bei 90 Zentimetern - 2001 waren es noch etwa zwei Meter.
Die Abnahme des Eises sei besorgniserregend, sagte Prof. Lars Kaleschke, Wissenschaftler am Klima-Campus der Universität Hamburg. Im Sommer habe es eine auffallend große Lücke im Packeis gegeben. "Es verändert sich rasant schnell", sagte auch Fuchs, der zum dritten Mal mit seinem Fischkutter nach Grönland reiste. Jäger dort könnten teilweise nicht mehr in ihre traditionellen Jagdgebiete, weil das Eis zu dünn sei, erzählte er.