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Mittwoch, 28. Januar 2009

Natürliche Eisendüngung: Algen nehmen mehr CO2 auf

Natürlicher Eintrag von Eisen führt im Südlichen Ozean regional zu verstärktem Algenwachstum. Sinken die Algen zum Meeresboden, erhöht sich dadurch der Transport organischen Materials in die Tiefsee um das Zwei- bis Dreifache. Das deutet darauf hin, dass die mikroskopisch kleinen Meeresalgen in Folge der natürlichen Eisendüngung vermehrt das Treibhausgas Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufnehmen, und der Kohlenstoff daraus anschließend längerfristig am Meeresgrund gelagert wird. Diese Ergebnisse präsentiert eine internationale Forschergruppe um Raymond Pollard vom britischen National Oceanography Centre in Southampton im Fachjournal "Nature".

Die Forscher hatten eine jährlich wiederkehrende Algenblüte einer Region zwischen Madagaskar und der Antarktis untersucht, die durch den Eiseneintrag von einer nahe gelegenen Inselgruppe hervorgerufen wird. Die abgelagerte Kohlenstoffmenge auf dem Meeresgrund sei kleiner, als in früheren Studien angenommen. Pollard und Kollegen weisen daher darauf hin, dass die tatsächlichen Auswirkungen einer Eisendüngung auf das Klima im Augenblick kaum verstanden sind.

6 Tonnen Eisen in der Antarktis

Unterdessen war am Dienstag das umstrittene deutsch-indische Experiment LOHAFEX zur künstlichen Eisendüngung in der Antarktis gestartet worden. Nach Auskunft des federführenden Alfred-Wegener-Instituts soll von Bord des deutschen Forschungsschiffs "Polarstern" aus ein 300 Quadratkilometer großes Meeresgebiet für die Grundlagenforschung mit 6 Tonnen Eisen gedüngt werden. Damit wollen die Forscher untersuchen, wie viel Kohlendioxid zusätzlich vom Ozean aufgenommen wird. Bundesforschungsministerin Annette Schavan hatte am Montag entschieden, dass das Experiment beginnen darf. Kritiker sehen in dem Projekt eine Gefährdung der antarktischen Umwelt. Mehrere Gutachten stützen diese Befürchtungen laut Forschungsministerium jedoch nicht.

In vielen nährstoffreichen, aber wenig produktiven Regionen des Ozeans scheint Eisen ein wachstumsbegrenzender Faktor zu sein. Daher vermuten einige Forscher, durch künstliche Düngung mit Eisen das Algenwachstum in diesen Regionen ankurbeln zu können und damit die Aufnahme des Treibhausgases Kohlendioxid. In der Folge soll der von den Algen eingebaute Kohlenstoff nach deren Tod auf den Meeresboden absinken und dort dauerhaft lagern. Die tatsächliche Wirksamkeit dieses Prozesses ist allerdings umstritten.

Die vorliegende "Nature"-Studie CROZEX zeigt nun, dass ein natürlich gesteigerter Eiseneintrag in den Ozean in diesem Fall jeden Winter von einer nahe gelegenen Inselgruppe die Algenproduktion und den Transport von Kohlenstoff in die Tiefe tatsächlich erhöht. Pollard und seine Kollegen stellten fest, dass dafür nicht das Ausmaß sondern die Dauer der Algenblüte ausschlaggebend war. Der prozentuale Anteil an Kohlenstoff, der aus den oberen Wasserschichten in die Tiefe gelangt, beläuft sich allerdings auf nur drei Prozent und erhöht sich nicht im Vergleich zu einer ungedüngten Ozeanregion.

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