Freitag, 17. Oktober 2008
Teufelskreis: Arktis viel zu warm
Der Klimawandel macht sich in der Arktis immer stärker bemerkbar. Die Temperaturen in diesem Herbst liegen mittlerweile um fünf Grad über dem Normalwert, teilt die US-Klimabehörde NOAA in ihrem jährlichen Arktis-Bericht mit.
Das Jahr 2007 war dem Bericht zufolge das wärmste Jahr in der Arktis seit Beginn der Aufzeichnungen. Der seit Mitte der 1960er Jahre messbare Anstieg der Durchschnittstemperaturen setzt sich damit fort. Auch die Schmelze der Eisberge erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert.
"Der Wandel in der Arktis zeigt einen Dominoeffekt verschiedener Ursachen deutlicher als in anderen Regionen", sagt der NOAA-Meeresforscher James Overland, einer der Autoren des Berichts, an dem 46 Wissenschaftler aus zehn Ländern beteiligt waren. "Es ist ein sensibles System und spiegelt den Wandel häufig vergleichsweise schnell und dramatisch wider."
Der Dominoeffekt ist ein Teufelskreis: Die steigenden Temperaturen lassen das auf der Wasseroberfläche schwimmende Eis schmelzen. Damit verstärkt sich die Erwärmung des Wassers, denn es ist kein Eis mehr da, das die Sonneneinstrahlung zurück ins All reflektiert. Dadurch beschleunigt sich die Erwärmung, was wiederum dazu führt, dass das Eis schneller schmilzt.
Vor allem in Grönland nimmt der Klimawandel dramatische Ausmaße an: Die Eisdecke dort verlor im vergangenen Jahr ein Volumen von 100 Kubikkilometern. Die Wissenschaftler ermittelten zudem einen "beispiellosen" Anstieg des Meeresspiegels in der Arktis von 0,25 Zentimetern pro Jahr.
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