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Selbst der Haussperling betroffenArtenschwund in Deutschland

07.05.2008, 08:30 Uhr

Trotz einiger Erfolge ist der Artenschwund in Deutschland nach Ansicht der Umweltstiftung WWF ungebremst. Seeadler, Kranich, Biber und Seehund seien zwar im Aufwind, und der Wolf sei zurückgekehrt.

Trotz einiger Erfolge ist der Artenschwund in Deutschland nach Ansicht der Umweltstiftung WWF ungebremst. Seeadler, Kranich, Biber und Seehund seien zwar im Aufwind, und der Wolf sei zurückgekehrt.

"Diese erfreulichen Nachrichten dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Rote Liste immer länger wird", sagte Frank Barsch, Artenschutzexperte des WWF (World Wide Fund for Nature) in Frankfurt. Vor allem Amphibien und Reptilien seien gefährdet, und selbst Allerweltsarten wie der Haussperling würden seltener.

Nur mit erheblichem Mehraufwand werden Bund und Länder nach Überzeugung des WWF ihr Ziel noch erreichen, das Artensterben zwischen Wattenmeer und Alpen bis 2010 zu stoppen und die biologische Vielfalt in Deutschland zu bewahren. Dies gehe aus der WWF-Studie "Naturschutz in Deutschland. Schutzgebiete und das Biodiversitätsziel 2010" hervor. "Naturschutz in Deutschland gleicht noch immer einem Flickenteppich von minderer Qualität. Die Schutzgebiete sind häufig zu klein, zu isoliert und in einem schlechten Zustand", sagte Barsch, der Autor dieser Studie ist. "Die angekündigte Trendwende ist nicht in Sicht."

Der WWF forderte die in Mainz tagenden Umweltminister von Bund und Ländern auf, den Naturschutz in Deutschland konsequent umzusetzen. "Wenn Bundeskanzlerin Merkel beim anstehenden UN-Gipfel zur Biodiversitäts-Kanzlerin werden und als gutes Vorbild vorangehen will, muss Deutschland endlich seine Hausaufgaben machen", sagte Barsch. Deutschland ist ab Mitte Mai Gastgeber der UN-Konferenz über die biologische Vielfalt in Bonn.