Mittwoch, 25. März 2009
Todeszonen in Ozeanen: CO2-Ausstoß nimmt zu
Auf eine dramatische Zunahme des Kohlendioxidausstoßes hat der Potsdamer Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hingewiesen. "Viele Worst-Case-Szenarien werden von der Wirklichkeit übertroffen", sagte Schellnhuber der Wochenzeitung "Die Zeit". Alle aktuellen Erkenntnisse über den Klimawandel wiesen darauf hin, "dass die Situation noch schwieriger ist als vor wenigen Jahren befürchtet". So nehme der CO2-Ausstoß "weltweit viel stärker zu als in den drastischsten Prognosen befürchtet", sagte Schellnhuber unter Berufung auf neue Erkenntnisse des von ihm geleiteten Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).
Schellnhuber warnte nachdrücklich davor, in der gegenwärtigen Wirtschaftskrise den Kampf gegen den Klimawandel zu vernachlässigen. Es sei "ein unglaublicher Zynismus", wenn "der Erhalt des ungeheuren Wohlstands einer kleinen Wirtschaftselite" wichtiger genommen würde als die Zukunftschancen ganzer Generationen.
Als ein Beispiel für gefährliche Entwicklungen verwies Schellnhuber auf eine aktuelle Untersuchung des PIK über die mit dem Klimawandel verknüpfte Versauerung der Ozeane. "Wir haben berechnet, dass sich bei Nichtbegrenzung der Treibhausgasemissionen langfristig in den Meeren große 'Todeszonen' in einer Tiefe zwischen 200 und 800 Meter bilden werden, wo fast kein Sauerstoff mehr vorhanden ist", sagte er der "Zeit". Die Auswirkungen für den Fischfang und damit für die Welternährung seien dramatisch.
Die Themen Wirtschaftskrise, aber auch Klimawandel stehen kommende Woche auf der Tagesordnung des Gipfeltreffens wichtiger Industrie- und Entwicklungsländer (G-20) in London. Zudem beginnen am Sonntag in Bonn UN-Verhandlungen auf Fachebene über das geplante neue Klimaschutzabkommen, das im Dezember auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen vereinbart werden soll.
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