Freitag, 11. April 2008
Anstieg um 20 Prozent: CO2-Ausstoß ungebremst
Die weltweiten Kohlendioxid-Emissionen sind in diesem Jahrzehnt mehr als doppelt so schnell gestiegen wie in den 1990er-Jahren. Der globale Ausstoß des Treibhausgases aus fossilen Brennstoffen habe sich von 2000 bis 2006 um insgesamt 20 Prozent auf eine Rekordmenge von 8,38 Milliarden Tonnen im Jahr 2006 erhöht, berichtete das Earth Policy Institute in Washington. Das entspreche einem Zuwachs von durchschnittlich 3,1 Prozent pro Jahr - mehr als doppelt so viel wie im vergangenen Jahrzehnt.
Damit überschreite der CO2-Anstieg selbst die schlimmsten Erwartungen des Weltklimarats IPCC, der im schlechtesten Fall von einem jährlichen Zuwachs von 2,3 Prozent in diesem Jahrzehnt ausgegangen sei. Entsprechend seien auch ein höher als erwarteter Temperatur- und ein stärkerer Meeresspiegelanstieg zu befürchten.
Fünf Länder hauptverantwortlich
F ür die Untersuchung stützte sich das Institut auf Daten des Carbon Dioxide Information Analysis Center der US-Regierung und der Ölfirma BP. Demnach sind fünf Länder - USA, China, Russland, Indien und Japan - für mehr als die Hälfte der weltweiten Kohlendioxid- Emissionen durch fossile Brennstoffe verantwortlich. Die Vereinigten Staaten und China kämen zusammen auf mehr als ein Drittel der globalen Emissionen, berichtet das Institut. Laut der Studie lag China 2006 nur noch knapp hinter den USA, die seit einem Jahrhundert der größte Produzent von Kohlendioxid sind. Chinas Emissionen hätten sich seit den 1990er Jahren mehr als verdoppelt.
Fossile Brennstoffe seien nicht die einzige Kohlendioxidquelle, betont das Institut. Brandrodung und Abholzen von Wäldern sind nach seinen Daten derzeit für weitere zwei Milliarden Tonnen Kohlendioxid- Emissionen pro Jahr verantwortlich. Zugleich sinke mit den steigenden Temperaturen die Fähigkeit der Umwelt, Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre in Pflanzen oder im Wasser der Ozeane wieder aufzunehmen. Eine detaillierte Untersuchung aus dem vergangenen Jahr habe bereits Hinweise auf eine entsprechende Verlangsamung der CO2-Aufnahme ergeben - viel früher als Wissenschaftler erwartet hätten.
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