Dienstag, 27. Mai 2008
EU-Projekt in Ketzin beginnt: CO2 unter der Erde
Im brandenburgischen Ketzin wird von Ende Juni an das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) unter die Erde gepresst. Das berichtet das Geoforschungszentrum Potsdam. Die Wissenschaftler wollen im Rahmen des EU-Projekts CO2SINK untersuchen, ob die Speicherung einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Bis Ende 2009 sollen etwa 60.000 Tonnen CO2 in die Speicher in 700 Metern Tiefe gelangen. Ketzin wurde ausgewählt, weil im Untergrund undurchlässige Gips- und Tonstein schichten die porösen Sandsteinschichten abdichten, die das Gas aufnehmen sollen. Diese Technik wird weltweit bereits an mehreren Stellen erprobt.
Nach der Kalkulation des UN-Klimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) könnten Techniken zum Abtrennen von Kohlendioxid aus Kraftwerksabgasen und zur anschließenden unterirdischen Speicherung 15 bis 55 Prozent der nötigen CO2-Einsparungen ausmachen, um den Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre bis 2100 zu stabilisieren. Finanziell attraktiv würden solche Techniken aber wahrscheinlich erst, wenn CO2-Erzeuger von ihren Regierungen zur Kasse gebeten werden.
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