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Schau mir in die Augen!Dohlen reagieren auf Menschen

06.04.2009, 08:00 Uhr

Dohlen reagieren auf die Blickrichtung der ihnen bekannten Menschen. Sie können sogar versteckte Hinweise im Blick erkennen, weil Menschen ähnliche Augen wie sie haben.

Dohlen können Menschen von den Augen ablesen. Sie reagieren nicht nur auf die Blickrichtung der ihnen bekannten Menschen, sondern können sogar versteckte Hinweise im Blick erkennen, berichten britische Forscher im Journal "Current Biology".

Auguste von Bayern von der Universität Cambridge und Nathan Emery von der Queen-Mary-Universität in London (Großbritannien) hatten zehn zahme Dohlen (Corvus monedula) vor den Augen bekannter und fremder Personen gefüttert. Die Menschen mussten starr dasitzen. Während die Tiere das Futter in Gegenwart der Bekannten sofort annahmen, hing dies bei fremden Personen sehr stark davon ab, ob diese ihnen zugewandt waren, und ob sie zu ihnen hin oder wegschauten. So dauerte es bei direkt schauenden Personen im Schnitt etwa sieben Minuten, bis die Tiere ihr Futter annahmen. Wandten die Testpersonen ihnen zwar das Gesicht zu, blickten aber zur Seite, zögerten die Tiere immerhin ein bis zwei Minuten lang.

Menschen haben ähnliche Augen

In einem weiteren Versuch sollten die Testpersonen den Dohlen mit dem Finger oder den Augen einen Tipp geben, in welchem von zwei Behältern sich Futter befand. Ein gerader Blick plus Fingerzeig wurde von den Tieren erkannt, sogar leichte Augenbewegungen zum richtigen Futterbehälter hin deuteten die Vögel korrekt. Die reine Blickrichtung allein genügte aber nicht. Und alle diese Hinweise wurden nur angenommen, wenn die Testperson den Tieren bekannt war.

Dohlen sind, wenn es um Blicksignale geht, sehr viel aufmerksamer, als man es zur Abwehr von Feinden erwarten könnte, schließen die Wissenschaftler. Darin übertreffen sie sogar Schimpansen in ähnlichen Tests. Die sozial lebenden Tiere könnten auch in ihrer Gruppe die Blicksignale von Artgenossen auswerten. Daher seien sie wohl auch in der Lage zu lernen, entsprechende Signale beim Menschen zu interpretieren. Dabei helfe den Tieren vermutlich, dass sie den Menschen ähnliche Augen besitzen – eine dunkle Pupille umgeben von einer weißen Iris -, so dass sie an dieses Aussehen der Augen von ihren eigenen Artgenossen gewöhnt sein dürften.