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Sonntag, 15. Juni 2008

"Extremer emotionaler Stress": EM erhöht Herzinfarktrisiko

Die Spannung bei der Fußball-EM nimmt die Fans emotional mit - und kann im Extremfall sogar zu einem Herzinfarkt führen. Der Hamburger Kardiologe Ralph Mletzko erklärte: "Momente starker Anspannung und Gefühlsausbrüche während eines Fußballspiels, insbesondere bei Großereignissen wie der Europameisterschaft, können bei Herzkranken gefährliche Herzrhythmusstörungen oder einen Herzinfarkt auslösen."

Dabei sei es egal, ob die eigene Mannschaft gewinnt oder verliert: "Egal ob unbändiger Jubel oder maßloser Ärger - beides bedeutet für den Körper extremen emotionalen Stress", sagte der Chefkardiologe der Asklepios Klinik Nord in Hamburg nach Angaben seines Unternehmens. Sowohl die stetige Anspannung während des Spiels als auch plötzliche Gefühlsausbrüche sorgen für die Ausschüttung von Stresshormonen, die das Herzkreislaufsystem belasten. Weitere belastende Faktoren wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und Bewegungsmangel können die Gefahr noch steigern.

Mletzko verwies auf die Untersuchung Münchner Wissenschaftler zur Weltmeisterschaft 2006. Sie fanden heraus, dass die deutschen Spiele damals rund 9.500 Menschen mit akuten Herzproblemen in Krankenhäuser gebracht haben. An Spieltagen der DFB-Elf lag die Zahl der Einlieferungen fast drei Mal so hoch wie normal.

Auch beim 2:1-Spiel der Kroaten gegen Deutschland starb ein kroatischer 20-jähriger Fan in der Klagenfurter Innenstadt an einer Herzattacke.

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