Donnerstag, 27. September 2007
Sogar Gene reagieren: Einsamkeit macht krank
Einsamkeit hinterlässt Spuren in der Aktivität von Genen der weißen Blutkörperchen. Bei einsamen Menschen sind darin vermehrt solche Erbanlagen des Immunsystems aktiv, die mit Entzündungen zu tun haben. Andere Reaktionen des Immunsystems, darunter die Antwort gegen Viren oder die Produktion von Antikörpern, waren hingegen unterdrückt, berichten Forscher um Steve Cole von der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Ihre Studie steht im frei zugänglichen Journal "Genome Biology".
Die Gruppe hatte die Aktivität der Gene in insgesamt 14 Probanden miteinander verglichen. 6 von ihnen hatten sich auf einer von Psychologen aufgestellten Skala als sehr einsam eingestuft - sie nahmen in dieser Liste einen Spitzenplatz ein. Die übrigen Probanden fanden sich im Gegensatz dazu am unteren Ende der Skala. Zwischen den beiden Gruppen zeigten sich Unterschiede bei insgesamt 209 Erbanlagen: 78 wurden stärker, 131 schwächer abgelesen.
Die beobachteten Unterschiede zeigten sich unabhängig von anderen Risikofaktoren, die Entzündungen zur Folge haben, betonen die Forscher. Dazu zählen etwa der allgemeine Gesundheitszustand, Alter, Gewicht oder Medikamentengebrauch. "Was für die Aktivität der Gene wirklich zählt ist nicht, wie viele Menschen man kennt, sondern wie vielen man sich nahe fühlt", ergänzte Cole. Angesichts dieser Resultate spricht er auch davon, dass sich nun vielleicht Medikamente schaffen ließen, um die negativen Folgen der Einsamkeit zu blocken. Bereits vor dieser Untersuchung war in zahlreichen Studien klar geworden, dass die soziale Umgebung die Gesundheit beeinflusst, so haben isoliert lebende Menschen durchweg ein erhöhtes Risiko, vorzeitig zu sterben.
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