Die arktische Gletscherschmelze führt weltweit zu extremen Wetterveränderungen.
(Foto: picture-alliance / dpa)
Mittwoch, 02. September 2009
Von Überflutungen bedroht: Eisschmelze gefährdet Menschen
Mit 1000 dahin schmelzenden Eisfiguren hat die Umweltstiftung WWF in Berlin vor den dramatischen Folgen der Arktis-Erwärmung gewarnt. Die Auswirkungen seien schlimmer als bislang angenommen, heißt es in dem Report, der den aktuellen Stand der Klimawissenschaft zusammenfasst: Ein Viertel der Weltbevölkerung könne von Überflutungen betroffen sein. Auch ein gewaltiger Anstieg der Treibhausgase aus bislang gefrorenen Kohlenstoffspeichern in Böden und Ozeanen sowie weltweit extreme Wetterveränderungen sind demnach zu erwarten.
Nach den Ergebnissen des WWF-Berichts wird der Meeresspiegel mit hoher Wahrscheinlichkeit bis 2100 um mehr als einen Meter ansteigen. Der Weltklimarat (IPCC) war noch 2007 in seinen Berechnungen von einem Anstieg um nur einen halben Meter ausgegangen. Dabei waren dem WWF zufolge jedoch die schmelzenden Eisschilde in Grönland und der Westantarktis außer Acht gelassen worden.
Die Arktis erwärmt sich laut WWF-Report doppelt so schnell wie der Rest der Welt. Das arktische Meereis, das Sonnenlicht zurückstrahlt, geht immer mehr zurück. Das verstärkt die Erwärmung, denn das freiwerdende Oberflächenwasser nimmt mehr Strahlen auf. Der Verlust an Eis beeinflusst zudem die Zirkulation in der Atmosphäre sowie das Wetter weit über die Arktis hinaus. Auch in Europa und Nordamerika werden Land- und Forstwirtschaft sowie die Wasserversorgung von den veränderten Temperaturen und Niederschlagsmengen betroffen sein, heißt es.
In den gefrorenen Böden und Feuchtgebieten der Arktis ist laut WWF doppelt soviel Kohlenstoff gespeichert wie in der Atmosphäre enthalten ist. Tauen diese Böden auf, werden auch immer größere Mengen der Treibhausgase CO2 und Methan in die Atmosphäre abgegeben. Bereits in den vergangenen zwei Jahren habe sich der Methan-Spiegel in der Atmosphäre erhöht, so die Umweltstiftung. Die Experten nehmen an, dass dies eine Folge aus der Erwärmung der arktischen Tundra ist. Und auch die gefrorenen Methanhydrat-Lager im Ozean werden instabil. Methan ist als Treibhausgas etwa 25 Mal so wirksam wie Kohlendioxid.
dpa
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