Montag, 08. Juni 2009
Strahlung selbst verursacht: Elektrosmog verzehnfacht
Hauptverantwortlich für die deutliche Zunahme ist unter anderem die anwachsende Verbreitung von Handys.
(Foto: AP)
Mobiltelefone, drahtlose Netzwerke für Computer und andere Funkanwendungen haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten die hochfrequente elektromagnetische Strahlung in der Umwelt etwa verzehnfacht. Das berichtet eine Gruppe um Martin Röösli vom Institut für soziale und präventive Medizin der Universität Bern im Journal "Environmental Research".
Den größten Teil der persönlichen Strahlungsexposition verursacht allerdings jeder einzelne selbst: Mobiltelefone tragen im Schnitt 29,1 Prozent zur individuellen Strahlungsbilanz bei, schnurlose Telefone nach dem DECT-Standard 22,7 Prozent. Die stärkste, aber nicht beeinflussbare Quelle sind Mobilfunksender, die mit 32 Prozent zu Buche schlagen.
Verzicht aufs Schnurlostelefon
Warnung vor den gesundheitsgefährdeten Folgen von Elektrosmog.
(Foto: picture-alliance / dpa)
Wer seine persönliche Strahlenbelastung reduzieren wolle, erreiche dies mit einfachen Mitteln, heißt es in einer Mitteilung des Schweizer Nationalfonds, der an der Finanzierung der Untersuchung beteiligt war. Wer zu Hause auf ein Schnurlostelefon verzichte und das Telefonieren mit dem Mobiltelefon auf ein Minimum beschränke, sei deutlich weniger Strahlung ausgesetzt, betont Röösli.
Für die Studie wurden 166 Freiwillige in der Region Bern eine Woche lang mit Strahlenmessgeräten ausgestattet. Die Probanden führten zudem ein ausführliches Tagebuch. Die ermittelte durchschnittliche Feldstärke der hochfrequenten elektromagnetischen Strahlung lag bei 0,22 Volt pro Meter (V/m) und damit deutlich unter den in der Schweiz geltenden Grenzwerten, heißt es in dem Journal. Die Strahlung stammt dabei vor allem von Mobiltelefonen, Mobilfunksendern und Schnurlostelefonen. Andere Quellen wie Radio-, Fernsehstationen und Computer-Funknetzwerke (Wireless LAN) spielen meist eine untergeordnete Rolle.
Zum Vergleich: 1999 hat die EU eine Empfehlung zum Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischen Feldern verabschiedet, diese Zahlen gelten auch für Deutschland. Hierzulande gilt für das D-Netz (Frequenz um 900 Megahertz) ein Grenzwert von 41 V/m und für das E-Netz (um 1800 MHz) 58 V/m. Beim schnellen UMTS-Netz (um 2 GHz) gelten 61 V/m.
dpa
Gesundheit
-
Wie bei ausfransenden Schnürsenkeln
Gen fürs Altern gefunden
-
Krebserregende Substanz entsteht
Tabakrauch reagiert mit Luft
-
Spätgebärende Mütter
Autismusrisiko bei Kindern wächst
-
Rauch-Stopp
Entzug ohne Hilfsmittel erfolgreich
-
Für Menschen mit Herzerkrankungen
Bei Kälte Anstrengung vermeiden
-
Injektion mit 50 bar
Viren verbreiten sich mit Hochdruck
-
Seelische Dimension berücksichtigen
Transplantierte besser betreuen
-
Fingerzeig auf neues Verhütungsmittel?
Spermien an- und ausschalten
-
Technik macht Gehirnaktivität sichtbar
Durch Gedankenkraft antworten
-
Fortschritt im Kampf gegen Malaria
Neue Forschungsansätze
-
Risikofaktoren umgehen
Krebs zu 40 Prozent vermeidbar
-
Masern, Mumps, Röteln
Impfung führt nicht zu Autismus

