Schutz in der Dunkelheit Fledermäuse meiden Laternen
Langsam fliegende Fledermäuse sind leichte Beute für Raubvögel. Daher meiden sie Straßenlaternen, um nicht gesehen zu werden.
Aus Angst vor Raubvögeln meiden langsam fliegende Fledermäuse das Licht von Straßenlaternen. Das bringt den Flattertieren zwar den Schutz der Dunkelheit, zwingt sie aber vermutlich auf längere Flugwege und damit zu höherem Energieverbrauch. Das berichtet eine Gruppe um Gareth Jones von der University of Bristol im Journal "Current Biology".
Die Biologen hatten das Verhalten der Kleinen Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) erforscht. Diese fliegen deutlich langsamer als andere Fledermäuse und geben daher ein leichter auszumachendes und daher auch besser anzugreifendes Ziel ab, erklären die Forscher. Die Tiere sind allerdings bei der Navigation auf engem Raum in baumreichen Gegenden im Vorteil. "Die Fraßfeinde sind vermutlich der Hauptgrund dafür, warum Fledermäuse nachts jagen", heißt es in einer Erklärung der Forscher. Tagsüber hätten die Tiere Raubvögeln kaum etwas entgegenzusetzen.
FledermäuseCo-Autorin Emma Stone installierte mit Helfern entlang der Flugrouten der Tiere Strahler, die der Stärke nach jenen von Straßenlaternen ähneln. Der Strom stammte von einem Generator, der zwar Geräusche verursachte, aber allein kaum einen Effekt auf die Zahl vorbei fliegender Fledermäuse hatte. In der Nähe unbeleuchteter Test-Masten flogen während des Beobachtungszeitraumes rund 80, an beleuchteten Masten nur rund 10 Fledermäuse vorbei.
Vor allem diese drastischen Unterschiede haben die Forscher überrascht. Allem Anschein nach hätten die Fledermäuse angesichts des Lichts andere Flugrouten gewählt, schreibt das Team. Wenn diese länger wären oder sie durch eine weniger geschützte Umgebung führten, könne dies bedeutende Folgen haben, besonders für die Jungtiere, schreiben die Wissenschaftler. Sie leiten aus ihrer Arbeit die Forderung ab, artenspezifische Schutzprogramme aufzustellen, wenn künstliche Lichtquellen in der Umwelt aufgestellt werden.