Mittwoch, 27. Juni 2007
Tierische Zellen als Modell: Flexible Stammzellen
Wissenschaftler haben aus den Embryonen von Mäusen und Ratten neue Stammzellen gewonnen, die jenen des Menschen sehr stark ähneln. Damit stehe neues Material für die Erforschung embryonaler Stammzellen zur Verfügung, berichten gleich zwei Gruppen im britischen Fachjournal "Nature" (online vorab veröffentlicht). Sie hoffen, dass sich auf diese Weise weitere Erkenntnisse über den Einsatz dieser flexiblen Zellen gewinnen lassen, ohne dafür mit den in vielen Teilen der Welt umstrittenen Stammzellen aus menschlichen Embryonen arbeiten zu müssen.
Stammzellen sind noch nicht auf eine bestimmte Aufgabe festgelegt. Mediziner hoffen daher, aus ihnen Ersatz für krankes oder verschlissenes Gewebe züchten zu können. Dafür müssen die Forscher jedoch lernen, wie sich eine nicht differenzierte Zelle gezielt in eine bestimmte Entwicklungsrichtung drängen lässt. Dabei könnte die Arbeit mit den nun beschriebenen Zellen helfen, hoffen die Forscher.
Die Gruppen um Ronald McKay (National Institutes of Health, Bethesda, US-Staat Maryland) und Ludovic Vallier (Universität Cambridge, Großbritannien) arbeiteten mit Nagetier-Embryonen, die sich bereits in die Gebärmutterwand eingenistet hatten. Einem solchen frühen Entwicklungsstadium, dem so genannten Epiblasten, entnahmen sie die gewünschten Zellen und kultivierten sie im Labor.
Die so gewonnenen Zellen besitzen, so zeigen es die beiden Berichte in "Nature", viele charakteristische Eigenschaften menschlicher Stammzellen. Unter anderem wachsen sie wie menschliche Zellen und tragen auch ähnliche Moleküle auf ihrer Oberfläche. Auch zeigen die Gene in den tierischen Zellen ein ähnliches Aktivitätsmuster wie jene in den menschlichen Stammzellen.
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