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Kino-Klassiker: Popcorn
Kino-Klassiker: Popcorn(Foto: dpa)
Mittwoch, 11. Februar 2015

Vom Maiskorn zum Popcorn: Forscher enträtseln "Popp"-Geräusch

Das Geräusch, wenn aus Mais Popcorn wird, lässt das Herz vieler Filmtheater-Liebhaber höher schlagen. Doch ein Geheimnis lässt Wissenschaftlern keine Ruhe: Mit präzisen Methoden gehen sie der Ursache für das "Popp"-Geräusch auf den Grund.

Mit einem satten "Popp" wird ein Maiskorn zum Popcorn. Französische Wissenschaftler haben nun geklärt, wie das charakteristische Geräusch entsteht. Nicht das Reißen der Schale oder der Aufprall nach dem Aufpoppen sei die Ursache, berichten sie im "Journal of the Royal Society Interface". Vielmehr löse der sehr schnell entweichende Wasserdampf den Knall aus. Weitere Erkenntnisse: Ein Maiskorn wird meist in einem anderthalbfachen Salto zum Popcorn. Und die entstehende Puffmais-Flocke besitzt nur noch etwa ein Achtel der ursprünglichen Dichte.

Bereits die amerikanischen Ureinwohner kannten die geplatzten Maiskörner. Nach Deutschland kam das Popcorn erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Es wurde auf Jahrmärkten angeboten, verkaufte sich jedoch erst gut, als es gesüßt wurde. Ein Großteil des jährlichen Popcornverzehrs entfällt in Deutschland auf die Kinos - auch wenn es inzwischen etliche Produkte für Herd oder Mikrowelle zu Hause gibt. Dass die kritische Temperatur für das Aufploppen bei etwa 180 Grad Celsius liegt, war aus früheren Messungen und der Praxis bekannt.

Transformation durch Salto

Emmanuel Virot von der École Polytechnique in Palaiseau und Alexandre Ponomarenko von der Universität Grenoble verwendeten nun eine Hochgeschwindigkeitskamera, um dem Bruchteile von Sekunden dauernden Prozess genauer auf die Spur zu kommen. Ein Maiskorn enthält den Wissenschaftlern zufolge etwa 20 Milligramm Wasser. Der überwiegende Teil liege in flüssiger Form vor. Beim Aufbrechen der Schale lasse der Druck im Korn nach und das Wasser verdampfe schlagartig - binnen einer zehntel Sekunde. Dabei forme es das stärkehaltige Innere des Korns zur bekannten Flockenform.

Durch die Kopplung eines hochauflösenden Mikrofons mit den Aufnahmen der Kamera fanden die Forscher heraus, dass genau dieses Entweichen des Wasserdampfs das "Popp"-Geräusch verursacht. Die Kameraaufnahmen zeigten zudem, wie der erhitzte Mais springt: Beim Aufreißen der Schale entsteht demnach an der Unterseite ein stärkehaltiges "Bein", dass das Korn eine Drehung um 480 bis 500 Grad vollziehen lässt - einen Salto mit fast anderthalb Umdrehungen. Die Beschleunigung dabei ist allerdings wenig rekordverdächtig: Bei einem springenden Floh ist sie fünffach größer.

Quelle: n-tv.de

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