Wissen

Orientierung am MagnetfeldFüchse jagen mit dem Kompass

12.01.2011, 14:22 Uhr
fuchs
Ein Fuchs auf der Pirsch. Den Kompass hat er dabei im Auge. (Foto: picture alliance / dpa)

Füchse sind bei der Jagd deutlich erfolgreicher, wenn sie ihren Sprung auf das Beutetier an der nordsüdlichen Kompass-Achse ausrichten. Damit ist erstmals bei einem Fleischfresser ein Magnetsinn nachgewiesen worden.

Nicht nur Zugvögel, sondern auch Füchse scheinen sich am Magnetfeld der Erde zu orientieren. Das legen Forschungen an der Universität Duisburg/Essen nahe, die im Journal "Biology Letters" veröffentlicht wurden.

Rotfüchse können demnach ihren Jagderfolg deutlich erhöhen, wenn sie sich bei den Vorbereitungen zum Sprung auf das Beutetier an der nordsüdlichen Kompass-Achse ausrichten. Die Wissenschaftler vermuten, dass Füchse sich dabei ähnlich wie Zugvögel an speziellen Photorezeptoren im Auge orientieren. Dadurch könnten die Füchse möglicherweise die Entfernung zu ihrer Beute besser abschätzen.

Auch Kühe lieben die Nord-Süd-Ausrichtung

Für ihre Studie haben die Essener Wissenschaftler in Tschechien über 80 Füchse bei fast 600 Jagdsprüngen beobachtet. Unterstützt wurden die Essener Forscher unter Leitung von Prof. Hynek Burda dabei von der Prager Agraruniversität. Vor allem in hoher Vegetation oder im Schnee seien bei einer Ausrichtung in Nordrichtung über 80 Prozent der Sprünge erfolgreich, in der Südrichtung seien es rund 60 Prozent, hieß es. Die vergleichbare Erfolgsquote bei Sprüngen in anderen Kompassrichtungen liege dagegen bei weniger als 15 Prozent. Unterstützt würden die Füchse dabei von ihrem empfindlichen Gehör.

Damit sei ein Magnetsinn erstmals bei einem Fleischfresser nachgewiesen worden, berichtete Mitautorin Sabine Begall. Bekannt sei dieses Phänomen derzeit nicht nur bei Vögeln, sondern etwa auch bei Fledermäusen, Nagetieren und Walen. Auch bei Kühen hatten die Essener Forscher bereits eine ausgeprägte Vorliebe für eine Ausrichtung in Nord-Süd-Richtung nachgewiesen. Durch weitere Forschungen soll diesem Phänomen nun weiter nachgegangen werden, kündigte Begall an

Quelle: dpa