Sonntag, 11. Oktober 2009
Graue Zellen trainieren: Gehirneffizienz ist formbar
Jonglieren lernen verändert die "Verdrahtung" von Nervenzellen im Gehirn – und zwar so, dass es effizienter arbeitet.
... man muss ja nicht gleich Akrobat werden.
(Foto: ASSOCIATED PRESS)
Dies zeigten Forscher der Universität Oxford mit einem Experiment, das sie im Fachblatt "Nature Neuroscience" veröffentlichten. Sie untersuchten dabei mit Hilfe eines Kernspintomografen die Gehirnsubstanz von 48 jungen Erwachsenen, die nicht in der Lage waren zu jonglieren. Die Hälfte unterzog sich darauf einem sechswöchigen Jongliertraining und übte 30 Minuten am Tag. Bei einer erneuten Untersuchung stellten die Forscher danach bei den Jonglierern eindeutige Veränderungen in der weißen Gehirnsubstanz fest, über die verschiedene Teile des Gehirns verbunden sind.
Der Versuch zeige, dass das Gehirn auch bei Erwachsenen "formbar" und anpassungsfähig sei, erklärte Forschungsleiterin Heidi Johansen-Berg. "Wir neigen zu der Annahme, dass das Gehirn unverändert bleibt oder sich sogar zurückbildet, wenn wir das Erwachsenenalter erreicht haben." Mit dem Experiment sei klar, dass es "sein eigenes Verdrahtungssystem so verändern kann, dass es effizienter arbeitet".
"Das heißt nicht, dass jeder hinausgehen muss und beginnen zu jonglieren, um das Gehirn zu fördern", erklärte Johansen-Berg. "Jede Art, das Gehirn zum Arbeiten zu bringen, ist eine gute Sache." Dazu gehörten etwa Beschäftigungen wie Kreuzworträtsel lösen, aber auch Spazieren gehen. Laut den Forschern kann diese Erkenntnis genutzt werden, um neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose zu behandeln.
AFP
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