Mittwoch, 23. Mai 2007
Training für ältere Menschen: Genetischer Jungbrunnen
Körperliches Training ist für ältere Menschen eine Art genetischer Jungbrunnen. Das berichten Forscher um Mark Tarnopolsky vom McMaster University Medical Center in Hamilton (Kanada) im Journal "PLoS One" (online veröffentlicht). Die Aktivität der Gene von durchtrainierten Senioren ähnelt derjenigen von jüngeren Menschen. Das Forscherteam hatte die Erbanlagen in den Kraftwerken der Zelle, den Mitochondrien untersucht, heißt es in einer Mitteilung der Wissenschaftler.
Mitochondrien haben ein eigenes, wenngleich sehr kleines Erbgut. Tarnopolsky und seine Kollegen verglichen die Aktivität dieser Gene in älteren Menschen vor und nach einer sechsmonatigen Trainingseinheit. Nach den Übungen glich das Aktivitätsmuster in den Mitochondrien der älteren Menschen (Altersdurchschnitt: 70 Jahre) wieder deutlich jenem in den Mitochondrien einer jüngeren Vergleichsgruppe (Altersdurchschnitt: 26 Jahre).
Die Studie maß zudem die Muskelstärke der älteren Probanden. Zu Beginn waren ihre Muskeln um 59 Prozent schwächer als jene der Jüngeren. Nach sechs Monaten mit wöchentlich zwei Übungseinheiten auf gewöhnlichen Fitnessgeräten waren die Älteren nur noch 38 Prozent schwächer als die jungen Erwachsenen.
"Wir waren von den Resultaten sehr überrascht", sagte Co-Autor Simon Melov. "Wir hatten erwartet, dass das Aktivitätsmuster der Gene in den älteren Erwachsenen gleich bleiben würde." Die Änderung in der Aktivität der Erbanlagen zeuge von einer "Umkehr der Alterung". Dies zeige, dass es niemals zu spät sei, um mit dem Training zu beginnen, ergänzte sein Kollege Tarnopolsky. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, ob sich die Aktivität von Erbanlagen durch das Training auch in anderen Geweben des Körpers verändert.
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