Dienstag, 26. September 2006
Teenager-Schwangerschaften: Geringe Bildung erhöht Risiko
Geringe Bildung, Arbeitslosigkeit und soziale Benachteiligung erhöhen einer Studie zufolge das Risiko ungewollter Teenager-Schwangerschaften. So seien solche Schwangerschaften bei Hauptschülerinnen fünf Mal häufiger als bei Gymnasiastinnen, teilte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln mit.
Dies gehe aus einer aktuellen Befragung von 1.800 Schwangeren unter 18 Jahren hervor, die von Pro-Familia-Beratungsstellen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sexualforschung und forensische Psychiatrie der Universität Hamburg durchgeführt wurde.
Laut Studie hatten mehr als ein Drittel der Schwangeren gar nicht oder unsicher verhütet, wie die BZgA weiter mitteilte. Rund 60 Prozent gaben an, mit Pille oder Kondom verhütet zu haben. Anwendungsfehler und fehlende Erfahrung gefährdeten die Verhütung, betonte die BZgA. Gerade für bildungsschwache Jugendliche sei nun das neue Faltblatt "Sexyklopädie" entwickelt worden. Dieses informiere in einfacher und verständlicher Sprache, übersichtlich und mit praktischen Anleitungen über Verhütung.
Entscheidend sei eine frühzeitige und altersgerechte Aufklärung. Jugendliche aus niedrigen Bildungsschichten benötigten dabei besondere Aufmerksamkeit. Laut BZgA-Studien haben diese weniger persönliche Ansprechpartner bei dem Thema und sprechen auch in der Schule seltener darüber. "Im internationalen Vergleich liegt die Zahl der Teenagerschwangerschaften in Deutschland auf einem niedrigen Niveau", sagte BZgA-Direktorin Elisabeth Pott. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gab es 2004 insgesamt 7.854 Schwangerschaftsabbrüche bei Frauen unter 18 Jahren.
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