Seltenes Rendezvous im All"Hartley 2" trifft "Deep Impact"

Erst zum fünften Mal in der Geschichte der Weltraumforschung fliegt eine Raumsonde so nah an einem Kometen vorbei, dass Forscher Daten aus seinem Kern sammeln können.
Kometen sind für Wissenschaftler äußerst interessante Himmelsobjekte. Durch ihre Entstehungsgeschichte sind sie quasi eine Fundgrube für Forscher. Die Schweifsterne gelten als Überbleibsel aus der Geburtsstunde unseres Sonnensystems. In ihrem Kern befindet sich die Urmaterie, aus der vor mehr als vier Milliarden Jahren auch die Planeten entstanden. Aus diesem Grund wollen die Forscher erneut in den Kern eines Kometen blicken. Die beste Gelegenheit dafür wird es am 4. November gegen 15 Uhr (MEZ) geben.
Zu diesem Zeitpunkt wird die US-Weltraumsonde "Deep Impact" nur 700 Kilometer entfernt mit einer Geschwindigkeit von rund 43.000 Kilometern pro Stunde an einem Kometen vorbeirasen und mit ausgefeilten technischen Geräten Nahaufnahmen von ihm machen. Die Rede ist vom 1986 entdeckten "Hartley 2", einem Schweifstern, der nur knapp einen Kilometer groß ist und die Erde in mehr als sechs Jahren umkreist. Der überaus aktive Komet ist ein begehrtes Motiv im All, allerdings nicht weil er besonders schön ist, sondern wegen der wertvollen Informationen in seinem Kern.
Das Treffen von "Deep-Impact" und "Hartley 2" im All ist der Höhepunkt der NASA-Mission EPOXI. Die Raumsonde soll noch rund drei Wochen nach dem Rendezvous Daten von "Hartley 2" sammeln. Der Himmelkörper wurde bereits im September vom Hubble-Teleskop und vom Satelliten "Wise" aufgenommen. Insgesamt sollen mehr als 64.000 Bilder entstehen. Die Daten sollen Aufschluss darüber geben, was genau vor viereinhalb Milliarden Jahren im Universum geschah.