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Bodenproben von Asteroid"Hayabusa" ist gelandet

14.06.2010, 10:55 Uhr

Die mit Spannung erwartete Raumsonde mit Bodenproben eines Asteroiden bringt die wertvolle kosmische Fracht zur Erde zurück. Die japanische Sonde "Hayabusa" tritt über Australien planmäßig in die Erdatmosphäre ein.

Die spektakuläre japanische Asteroidenmission "Hayabusa" hat ihre wertvolle Fracht aus dem All erfolgreich zur Erde zurückgebracht. Die Sonde warf ihre Kapsel, in der Forscher die ersten jemals gesammelten Bodenproben eines Asteroiden erhoffen, in der Nacht zu Montag wie geplant über Australien ab. Das sagte der Sprecher des australischen Verteidigungsministeriums, Allan Cole. Die Kapsel sei wohlbehalten auf einem Raketentestgelände in der Wüste 500 Kilometer nördlich von Adelaide gelandet. Sie sei zum Abtransport per Helikopter in einen versiegelten Container gepackt worden und werde erst in Japan geöffnet.

Ein Regierungssprecher in Tokio gratulierte zur erfolgreichen Mission, die "uns Mut, Träume und Hoffnung" gegeben habe. Im Kontrollraum der japanischen Weltraumbehörde JAXA brachen Jubel und Beifall aus. Mehr als 200 Raumfahrtfans hatten sich in der JAXA-Anlage nahe Tokio eingefunden, um das Spektakel auf einer Videowand zu verfolgen.

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So in etwa sollte es ausgesehen haben, als sich die Kapsel von der Sonde löste. (Foto: AP)

Nach Angaben von Cole verlief die Landung völlig problemlos. Die Sonde war in der Nacht mit einem gigantischen Feuerstreif über Südaustralien in die Erdatmosphäre eingetreten und verglüht. Kurz davor hatte sich die Kapsel gelöst und war separat an einem Fallschirm zu Boden geschwebt. Sie hat die Form einer Pfanne, einen Durchmesser von 40 Zentimetern und eine Höhe von 20 Zentimetern.

"Nur mit der Hilfe von 'Hayabusa'"

In der Kapsel sollen Partikel eines Asteroiden sein. "Hayabusa - auf Deutsch: Falke - hatte sie vor fünf Jahren in mehr als 300 Millionen Kilometer Entfernung von der Erdumlaufbahn auf dem Asteroiden Itokawa eingesammelt. Zwar befürchten die Wissenschaftler, dass "Hayabusa" keine Felsstücke des Asteroiden einsammeln konnte, zumindest aber Sand. Es soll bis etwa September dauern, bis die JAXA-Experten feststellen können, ob das Material in der Kapsel auch tatsächlich vom Asteroiden Itokawa stammt.

Bei der Mission war nicht alles glatt gelaufen. So ist unklar, ob die Sonde wie geplant eine Art Fallbeil auf den Asteroiden sausen ließ, um damit Staub aufzuwirbeln und einzufangen. Die Wissenschaftler sind aber trotzdem zuversichtlich, dass die Kapsel genügend Material für neue Erkenntnisse zur Entstehung der Planeten in unserem Sonnensystem an Bord hat. Asteroiden gelten als Urmaterie unseres Systems, die bei der Entstehung der Planeten und Monde übriggeblieben ist.

JAXA-Projektleiter Junichiro Kawaguchi würdigte die technischen und wissenschaftlichen Vorarbeiten, die diesen Erfolg erst ermöglicht hätten. Sein Team habe die Mission nun "mit der Hilfe von 'Hayabusa' selbst" erfolgreich beendet. Japan hatte in die Satellitenexpedition 12,7 Milliarden Yen (114 Millionen Euro) an Entwicklungskosten investiert.

Quelle: dpa