Mittwoch, 11. April 2007
Altkluge Sprache: Hochbegabung früh erkennbar
Ob ein Kind hoch begabt ist, können Eltern schon an seinem Verhalten im Kleinkindalter erkennen. Nach Angaben von Jutta Billhardt vom Verein für Hochbegabtenförderung in Berlin ist auch eine sehr differenzierte Sprache ein Anzeichen für Hochbegabung. "Wenn ein Kind 'altklug' spricht, sollten Eltern hellhörig werden", sagt Billhardt. Außerdem seien hoch begabte Kinder in der Regel sehr wissbegierig und stellten viele Fragen - auch abstrakte, die Eltern durchaus mal nerven können.
Dieses "Loch-in-den-Bauch-fragen" mit der Antwort "Frag nicht so blöd" abzuwürgen, sei jedoch falsch. Vielmehr sollten Eltern auf die konkreten Fragen antworten, um den Wissensdurst zu erhalten. Hochbegabte Kinder entwickeln laut Billhardt spezielle Interessen. Das könnten Zahlen, Dinosaurier oder auch Schwarze Löcher sein -je nachdem, wie das Umfeld des Kindes auf die Fragen reagiert.
Gute oder sehr gute Schulnoten eines Kindes sind dagegen nach Billhardts Ansicht kein verlässliches Indiz für eine Hochbegabung. Sie seien nur ein Beleg für auswendig gelerntes, reproduziertes Wissen, nicht jedoch für eine selbstständige Denkleistung. "Nur 15 Prozent der Einser-Schüler sind tatsächlich hoch begabt", sagt Billhardt. Eine Hochbegabung möglichst früh zu erkennen und richtig darauf zu reagieren, ist der Bildungsexpertin zufolge enorm wichtig für die weitere Entwicklung des Kindes. "Eine Hochbegabung ist keine einseitige Begabung, sondern das geistige Potenzial eines Menschen, das sie befähigt, abstrakt zu denken." Ob ein Kind aus seiner Begabung etwas macht und sich tatsächlich zu einem Hochbegabten entwickelt, hänge stark davon ab, wie es von früh an gefördert wird.
Weil die Beobachtungen von Eltern jedoch immer subjektiv sind, sollten Eltern, die eine Hochbegabung vermuten, ihr Kind einen Intelligenztest machen lassen. Erst danach gebe es Gewissheit. Möglich sei ein solcher Test bereits vor der Einschulung. Billhardt empfiehlt, ihn jedoch nur von Fachleuten wie Psychiatern, Diplom-Psychologen oder dem Schulpsychologischen Dienst vornehmen zu lassen.
Rund zwei Prozent der Menschen sind nach Billhardts Angaben hoch begabt. Hochbegabung kommt demnach in allen Bevölkerungsschichten vor und ist nicht abhängig vom Sozialstatus der Eltern.
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