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Donnerstag, 27. Juli 2006

Besser als Antibiotika: Honig für die Wundheilung

Honig hilft bei der Wundheilung manchmal besser als Antibiotika. Allerdings darf es nicht irgendein Honig sein, berichteten die Ärzte der Universität Bonn.

Mit so genanntem Medihoney heilten selbst chronische Wunden, die mit multiresistenten Bakterien infiziert waren, oft binnen weniger Wochen. Auf Grund der zunehmenden Antibiotika-Resistenz von Keimen werde das alte Hausmittel bei der Wundpflege wieder interessant. Von einer Selbstbehandlung mit Naturhonig raten die Mediziner allerdings dringend ab, weil nicht speziell aufbereiteter Honig Bakteriensporen enthalten kann.

Schon die alten Ägypter wussten, dass Honig die Wundheilung fördern kann. In den beiden Weltkriegen sorgten Umschläge aus Honig dafür, dass die Verletzungen der Soldaten besser heilten. Die aufkommenden Antibiotika verdrängten dann das Hausmittel. "Heute sind wir in der Klinik mit Keimen konfrontiert, die gegen fast alle gängigen Antibiotika resistent sind", sagte Arne Simon von der Universitäts-Kinderklinik Bonn.

Seit einigen Jahren setzen die Bonner Kinderärzte den medizinischen Honig in der Wundpflege ein und sind damit in Deutschland Vorreiter. Der Erfolg sei erstaunlich, berichtete Wundpflegespezialist Kai Sofka. "Abgestorbenes Gewebe wird schneller abgestoßen, und die Wunde heilt schneller." Außerdem bereite der Verbandswechsel weniger Schmerzen, weil sich die Umschläge leicht entfernen ließen, ohne die neu gebildeten Hautschichten zu verletzen.

Mittlerweise nutzen zwei Dutzend Kliniken in Deutschland Honig in der Wundversorgung. Trotz aller Erfolge gibt es bislang allerdings nur sehr wenige belastbare klinische Studien zur Wirksamkeit. Zusammen mit Kollegen aus anderen Städten wollen die Bonner ihre Erfahrungswerte nun in einer groß angelegten Studie absichern.

Honig wirkt antiseptisch. Die Bienen setzen bei der Produktion das Enzym Glucose-Oxidase hinzu. Dieses Enzym sorgt dafür, dass aus dem Zucker im Honig permanent in kleinen Mengen Wasserstoffperoxid entsteht, ein wirksames Antiseptikum. Der Vorteil gegenüber Wasserstoffperoxid aus der Apotheke: Da es ununterbrochen nachgebildet wird, reichen bereits geringe Konzentrationen aus, um die Wundbakterien zu töten.

Quelle: n-tv.de

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