Dienstag, 25. September 2007
Geplanter Kaiserschnitt: Immer weniger Sonntagskinder
Durch einen zunehmenden Trend zur Geburtenplanung werden in Deutschland immer weniger Sonntagskinder geboren. So seien 2003 bundesweit 15 Prozent weniger Kinder an einem Wochenende geboren worden, als bei natürlicher Geburt zu erwarten wäre, sagte Alexander Lerchl von der Jacobs-Universität in Bremen. Parallel könne man zwischen 1990 und 2005 einen starken Anstieg der Kaiserschnitte in den Krankenhäusern feststellen. Hintergrund sind den Forschern zufolge banale wirtschaftliche Gründe auf den Geburtenstationen.
"Die Kaiserschnitte werden benutzt, um die Wochenenden freizuhalten", sagte Lerchl. Es sei bequemer und praktischer, die Geburten dann zu planen, wenn die Krankenhäuser voll besetzt sind, also zu den üblichen Arbeitszeiten während des Tages. Wochenendarbeit sei kostenintensiver.
Eine Studie in der Schweiz habe bereits ein ähnliches Bild ergeben. Durch die steigende Zahl von geplanten Kaiserschnittgeburten kämen mehr und mehr Babys unter der Woche zur Welt. Es habe den Anschein, dass die Geburten von den Krankenhäusern während der Woche geplant würden, wenn die Häuser personell voll besetzt sind und ohne Lohnzuschläge gearbeitet werden kann. Insgesamt ist die Zahl der Kaiserschnitt-Geburten in Deutschland von 18 Prozent im Jahr 1995 auf 28 Prozent im Jahr 2005 gestiegen.
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