Donnerstag, 08. November 2007
Tausende pillenkrank: Kampf gegen Nebenwirkungen
Angesichts zehntausender Klinik-Einlieferungen pro Jahr wegen schwerer Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten haben Experten eine stärkere Arzneimittelsicherheit gefordert. Nach den Studien der Hersteller zur Marktzulassung sollten Nebenwirkungen auch in der breiten Anwendung stärker kontrolliert werden, sagte der Bremer Gesundheitsforscher Gerd Glaeske der Deutschen Presse-Agentur.
Derzeit gibt es sechs sogenannte Pharmakovigilanz-Zentren in Deutschland zur Erfassung von Nebenwirkungen auf dem Markt befindlicher Mittel. Neben einer Aufstockung dieses Bereiches forderte Glaeske große Datenbanken, in denen die Arzneimittel von Millionen von Patienten in der Praxis dokumentiert werden. Pro Jahr gehen nach Angaben des Forschers rund 300.000 Klinikeinweisungen und 16.000 bis 25.000 Todesfälle auf Neben- und Wechselwirkungen zurück.
Die Pharmakologie-Professorin Petra Thürmann aus Wuppertal forderte die medizinischen Fachgesellschaften zu verstärkter Hilfe für Ärzte auf, wenn sie Patienten mit mehreren Krankheiten behandeln. Niedergelassene Ärzte würden oft damit allein gelassen, wenn ältere Patienten zum Beispiel hohe Cholesterinwerte, Alzheimer und hohen Blutdruck gleichzeitig haben, sagte sie. Wechselwirkungen der Mittel seien oft die Folge.
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