Donnerstag, 27. September 2007
Wasserdampf in Atmosphäre
Natürlicher Klimakiller
Der Mensch ist aller Wahrscheinlichkeit nach dabei, den Wasserdampfgehalt der Atmosphäre und damit die Konzentration des wichtigsten natürlichen Treibhausgases zu erhöhen. Das berichtet eine Gruppe um den Klimaforscher Benjamin Santer am Lawrence Livermore National Laboratory (Livermore/US-Staat Kalifornien).
Wasserdampf ist das stärkste der natürlichen Klimagase und für zwei Drittel des natürlichen Treibhauseffektes verantwortlich. Ohne diesen wäre es auf dem Planeten nur rund minus 18 Grad Celsius warm. Unbestritten ist bislang, dass der Mensch die Konzentration künstlicher Treibhausgase erhöht und die Atmosphäre damit erwärmt. Gemeinhin gilt Kohlendioxid (CO2) als das bedeutendste Treibhausgas. Das stimmt aber nur für die vom Menschen freigesetzten klimaschädlichen Gase. An diesem sogenannten anthropogenen Treibhauseffekt ist CO2 etwa zur Hälfte beteiligt.
Santer und seine Kollegen darunter Professor Wolfgang Brüggemann vom Institut für Unternehmensforschung der Universität Hamburg haben nun Daten des SSM/I-Satelliten ausgewertet, der den Wassergehalt der Atmosphäre mit Mikrowellen erfasst. Demnach ist der Wassergehalt über den Ozeanen seit 1988 pro Jahrzehnt und Quadratmeter Fläche auf der Planetenoberfläche um 0,41 Kilogramm gestiegen. Nach der umfangreichen statistischen Analyse der Daten kommt die Gruppe in den Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) zu dem Schluss, dass der Anstieg auf den vom Menschen gemachten Treibhauseffekt zurückgeht.
Natürliche Schwankungen, etwa durch Vulkanausbrüche oder Änderungen der Sonnenstrahlen könnten diese Zunahme nicht erklären. Je mehr sich die Atmosphäre erwärmt, desto mehr Wasser verdampft und erhöht in den oberen Luftschichten wiederum den Treibhauseffekt. Auf diese Weise ergibt sich ein selbst verstärkender Effekt, eine so genannte positive Rückkopplung. Die Klimaforscher bildeten den Einfluss des vom Menschen verursachten
Treibhauseffektes auf den Wassergehalt der Atmosphäre zudem in verschiedenen Computersimulationen nach. Die Satellitendaten wurden damit bestätigt, erklärt Santer.
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