Wissen
Wolken in einer Stratocumulus-volutus-Formation.
Wolken in einer Stratocumulus-volutus-Formation.(Foto: Miroslav Cichanowic/WMO/dpa)
Donnerstag, 23. März 2017

Meteorologen aktualisieren Atlas: Neue Wolkenart sieht aus wie Nudelholz

Die meisten Menschen kennen Cirrus- oder Cumulus-Wolken. Die Weltwetterorganisation legt nun erstmals nach 30 Jahren einen aktuellen Wolkenatlas auf und beschreibt darin eine neue Wolkenart. Sie heißt Volutus - aber wie sieht sie aus?

Eine Wolkenwalze wie ein Nudelholz, das sich dem Anschein nach um seine eigene Achse dreht: Das ist eine neue Wolkenart namens Volutus, die die Weltwetterorganisation (WMO) jetzt erstmals beschreibt. Sie hat ihren Platz im aktuellen Wolkenatlas, den die WMO nach 30 Jahren neu aufgelegt hat. Der Atlas gilt als das wichtigste Standard-Werk für Wolkenspezialisten. Volutus ist lateinisch für wälzen oder auch rollen. Neben der neuen Art beschreibt die WMO auch mehrere neue Ausprägungsformen von Wolken. Dazu gehört etwa Asperitas (Härte). Das beschreibt Wolken, die wie von unten betrachtete Wellen im Meer aussehen.

Wolken in einer Asperatus-Formation (Undulatus asperatus).
Wolken in einer Asperatus-Formation (Undulatus asperatus).(Foto: Gary McArthur/WMO/dpa)

"Das ist jetzt nicht wie die Entdeckung eines neuen Elefanten im Dschungel", sagte der Leiter der WMO-Abteilung Klima und Wasser, Johannes Cullmann. Vielmehr handele es sich um neue einheitliche Beschreibungen, um bestimmte Wolkenformen zu klassifizieren. "Das ist wichtig für die Klimabeobachtung", sagte Cullmann. Meteorologen in aller Welt müssten Wolkenphänomene nach einheitlichen Kriterien beschreiben. "Das hilft, um Wettervorhersagen zu verbessern und Warnungen vor Hochwasser zu präzisieren."

"Vor mehr als 2000 Jahren hat Aristoteles Wolken studiert und über ihre Rolle im hydrologischen Zyklus geschrieben. Heute wissen Wissenschaftler, welche wichtige Rolle Wolken in der Energiebalance der Welt, bei Klima und Wetter spielen", sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas.

Zahl der Wolkengattungen bleibt gleich

Die Zahl der Wolkengattungen bleibt im neuen Atlas gleich: zehn. Die hatte der Amateur-Meteorologe Luke Howard schon 1803 beschrieben, wie die WMO berichtet. Dazu gehören auch jene Wolkenformen, die die meisten Menschen aus dem Schulunterricht kennen: Cirrus-Wolken etwa, die sich wie zarte Fäden oder schmale Bänder am Himmel zeigen. Oder die dichten Cumulus-Wolken, die sich oft zu Gebilden auftürmen. Innerhalb jeder Gattung gibt es aber verschiedene Arten und Ausprägungen, um genau zu beschreiben, was am Himmel zu sehen ist.

Als neue Ausprägung gibt es nun auch Cauda (Schwanz). Sie bezieht sich auf Wolken, die wie der Schwanz einer Sternschnuppe aussehen. Fluctus (Woge) spezifiziert Wolken, die wie Wellen kurz vor dem Brechen anmuten. Murus (Wand) beschreibt eine Wolkenwand und Cavum (Höhle) das wolkenlose Loch, das sich manchmal wie ein Auge in einer Wolkenschicht zeigt.

Für die Wolkenspezialisten hat die WMO erstmals weitere Phänomene mit Namen versehen: Wolken, die sich bei Wasserfällen bilden, heißen Cataractagenitus. Flammagenitus sind solche, die sich nach Vulkaneruptionen oder Waldbränden bilden und wie ein Atompilz aussehen. Homogenitus heißen die Wolken über Schornsteinen oder Kühltürmen, Silvagenitus diejenigen, die über Wäldern aufsteigen und Homomutatus sind die Flugzeug-Kondensstreifen, die sich nicht sofort verflüchtigen, sondern zerfasert noch lange am Himmel hängen bleiben.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen