Freitag, 23. Januar 2009
Im Tierversuch getestet: Neues Kunstherz verpflanzt
Wissenschaftler des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen haben ein neues Kunstherz erfolgreich im Tierversuch getestet. Das noch in der Entwicklung befindliche "ReinHeart" soll das eigene Organ vollständig ersetzen. Es sei jetzt einem Kalb eingepflanzt worden, habe über eine Stunde stabil gearbeitet und sei dann abgeschaltet worden, teilte das Herzzentrum am Freitag in Bad Oeynhausen mit. Zuletzt sei in Europa vor mehr als 20 Jahren in einem Tierversuch ein Herz vollständig durch ein künstliches ersetzt worden. In einigen Jahren solle das künstliche Organ so entwickelt sein, dass es ohne Schläuche und Drähte nach außen auskomme.
Dauerhafte Alternative zur klassischen Herztransplantation
Das Kunstherz wiegt weniger als 1000 Gramm und hat nach dem Vorbild des menschlichen Organs eine rechte und eine linke Herzkammer sowie vier mechanische Herzklappen. "Wir sind sehr zuversichtlich, mit dem "ReinHeart" in zwei bis drei Jahren eine echte und dauerhafte Alternative zur klassischen Herztransplantation zu schaffen", sagte Prof. Reiner Körfer. Der Bad Oeynhausener Mediziner entwickelte das künstliche Herz in mehrjähriger Forschungsarbeit mit dem Lehrstuhl für Angewandte Medizintechnik des Helmholtz-Instituts der Technischen Hochschule Aachen. Ein klinischer Einsatz sei absehbar. Die bisherigen Forschungen seien ausschließlich privat finanziert worden.
Voraussetzung für die Weiterentwicklung sei, dass vor allem das Land Nordrhein-Westfalen dem Projekt die zugesagte finanzielle Unterstützung zukommen lasse. Die Entwicklung des Kunstherzens soll aus der Landeskasse in den nächsten beiden Jahren mit 2,2 Millionen Euro unterstützt werden, die Gesamtkosten in dem Zeitraum liegen bei 4 Millionen Euro.
Der Bedarf ist hoch
Forschergruppen in mehreren Ländern arbeiten derzeit an den ersten vollimplantierbaren Kunstherzen. So wird auch in Frankreich derzeit ein vollimplantierbares Kunstherz entwickelt, in den Vereinigten Staaten ist ein derartiges Gerät namens Abiocor bereits zugelassen. Die Austauschherzen sollen langfristig eine Alternative zur Organtransplantation sein und nicht nur die Zeit bis zu einer Operation überbrücken helfen. "Der Bedarf an menschlichen Spenderherzen ist deutlich höher als die zur Verfügung stehenden Organe", teilte das Herzzentrum mit.
Hintergründe zur Nachricht
Wissen
-
Maya-Forscher sind sich (fast) sicher
Die Welt geht 2012 nicht unter
-
Dichtung und Wahrheit
Neues von der CO2-Lüge
-
Vahrenholt irrt
"Es wird weiterhin wärmer"
-
Reparatur statt Austausch
Titanring dichtet Herzklappen ab
-
Im Rücken und im Magen
Wenn die Seele schmerzt
-
Krebstherapie in der Schwangerschaft
Chemo gefährdet Babys nicht
-
Fundsache, Nr. 1081
Römische Außenposten aufgespürt
-
Töne im hohen Ultraschallbereich
Wie sich Primaten unterhalten
-
Null Überlebenschance ohne Futter
Kälte tötet Vögel im Watt
-
Die Streifen stören
Bremsen stechen keine Zebras
-
Neue Berechnungen vorgestellt
Gletscher verlieren weniger Masse
-
Kombination aus Fasten und Chemo
Krebszellen lassen sich irritieren
