Freitag, 22. August 2008
Zeichen für den Klimawandel: Neun Eisbären im offenen Meer
Eine Gruppe schwimmender Eisbären ist rund 70 Kilometer vor der Küste Alaskas im offenen Meer gesichtet worden. Die neun Eisbären kämpfen ums Überleben, wie die Umweltorganisation WWF in Anchorage in Alaska mitteilte. Es bestehe die große Gefahr, dass die Bärengruppe ertrinke, noch bevor sie wieder die Küste erreiche - insbesondere wenn ein Sturm aufkomme.
"Es ist extrem besorgniserregend, so viele Eisbären auf einmal im offenen Meer zu sehen, da dies ein Zeichen dafür sein kann, dass das Packeis auf dem sie normalerweise leben und jagen, immer weiter schmilzt", sagte WWF-Eisbär-Experte Geoff York. Eventuell seien noch viel mehr Eisbären in Gefahr. "Wenn der Klimawandel weiterhin die Arktis zerstört, dann werden die Eisbären gezwungen, immer weitere Distanzen zu schwimmen, um ihre Nahrung zu finden", erläuterte Geoff.
Bedrohte Tierart
Die US-Regierung hatte bereits im Mai diesen Jahres Eisbären wegen der globalen Erwärmung und abschmelzender Polkappen als bedrohte Tierart in das nationale Artenschutzgesetz aufgenommen. Ausschlaggebend für die Entscheidung ist die Befürchtung, die Tiere könnten in 45 Jahren vor dem Aussterben stehen. Die internationale Naturschutzunion (IUCN) hat den Eisbär bereits 2006 auf der aktuellen Roten Liste wieder in die Gruppe der bedrohten Tierarten hochgestuft, nachdem er vor zehn Jahren heruntergestuft worden war.
Die Polareiskappen sollen laut US-Regierung in den vergangenen zwei Jahrzehnten um 20 Prozent abgeschmolzen sein. Damit wird es für die in der Nordpolarregion lebenden Eisbären immer schwieriger, auf Eisschollen im Wasser zu treiben, zu jagen und Jungtiere aufzuziehen. In der Hudson Bay in Kanada ist die Population bereits um 20 bis 22 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Eisbären wird insgesamt auf etwa 25.000 geschätzt, 4700 davon leben im US-Staat Alaska.
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